Es geht voran

Man mag ja über die südafrikanischen Behörden sagen was man will, aber so richtig berechenbar in ihren Aktionen sind die Jungs (und Mädels) nicht wirklich. Wider alle Erwartung kam Duncan heute gegen mittag angestratzt und verkündete freudestrahlend, er hätte  eben einen Anruf erhalten: Der Sharan sei vom Zoll gerade freigegeben worden.

Nachdem wir immer noch etwas ungläubig drei Stunden auf den Anruf gewartet hatten, daß er jetzt ausgelagert und abholbereit sei, machten wir uns zusammen mit Duncan auf den Weg nach Kapstadt zum Zollverschlußlager und siehe da: Er stand wirklich vor der Tür (und sprang auch tatsächlich sofort an, nachdem die Batterie wieder angeklemmt war)

Vor dem Lagerhaus

Warum das nun ohne weitere Umstände und ohne bisherige Zahlung von irgendwas einfach so passiert ist, nachdem sie die Kiste drei Wochen länger als üblich wegen immer neuer Dokumenten-Nachforderungen unter Verschluß gehalten haben, wußte keiner so recht. Ich habe dann vorsichtshalber auch nicht großartig nachgefragt. Lästig ist lediglich die Tatsache, daß diese ganze sinnlose Verzögerungsaktion mich jetzt ungefähr 2.000,-€ allein an zusätzlichen Lagerkosten für Auto und Container gekostet hat.

Nuja, sei’s drum. Auto läuft, der Inhalt scheint vollzählig, und wir haben es unfallfrei und ohne uns festzufahren bis auf die Farm geschafft. Hier habe ich die heutigen 20 Minuten Sonnenschein für ein paar Fotos genutzt, und anschließend haben wir angefangen, den Innenraum nochmal umzuschichten und teilweise ins Boot auszulagern, damit unser mitgebrachter Kram auch noch irgendwie untergebracht werden kann. Der Kofferraum des Mietpolos war allein damit nämlich schon gut gefüllt…

Das Expeditionsmobil ist wieder frei 🙂

Nach einer guten Stunde hin- und herkramerei waren wir optimistisch genug für die Einschätzung, daß wir wohl nichts zurück lassen müssen. Notfalls muß Andy halt per Anhalter nachkommen oder ich kaufe noch einen 125er Roller  🙂

Wir beschlossen den Tag (wieder mal) in der Mall in Kraiifontein und nachdem wir eigentlich seit dem Frühstück nichts anständiges mehr gegessen hatten, genehmigten wir uns jeder eine große Pizza.

Zwei „large“ Pizzen in einem Karton. Habe ich auch noch nicht gesehen

Das war meiner Erinnerung nach das erste Mal, daß ich eine Pizza nicht aufgegessen habe, weil ich pappsatt war. Und das bei einem Stückpreis von gerade mal 5.50€

Morgen werden wir den Polo wieder am Flughafen abgeben, und dann geht es endlich an der Küste entlang nach Nordosten, hoffentlich wärmeren Gefilden entgegen. Der heutige Tag entsprach jedenfalls bestenfalls einem durchschnittlichen deutschen Apriltag, was Temperatur und Niederschlag anging und hatte mit dem Bild von Africa, was man sich gemeinhin so macht, herzlich wenig zu tun.

Nächstes Etappenziel: Mosselbay