Lockdown, Tag 36

Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, am Horizont leuchtet ein Lichtlein auf. 🙂  So rückblickend betrachtet kommt es mir irgendwie surreal vor, daß das tatsächlich schon 35 Tage „eingesperrtsein“ waren, ist aber wohl so.  Ab heute wird der hiesige Lockdown auf Stufe 4 zurückgenommen, d.h. einige der Beschränkungen werden aufgehoben, dafür kommen andere neu dazu (so z.B. eine allgemeine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit). Wenn ich das so in der Zeitung verfolge, scheint sich Südafrika bei den Maßnahmen einigermaßen nah an Deutschland anzulehnen, und der gemeldete Erfolg gibt der Regierung wohl recht: Per Heute waren gerade mal 5300 Leute infiziert und es gab knapp über 100 Corona-Tote. Wie sich das dann nach der „Wiedereröffnung“ weiterentwickelt, wird sich zeigen.

Bei uns geht es jedenfalls immer noch recht ruhig zu. Das Gelände ist nach wie vor ziemlich verwaist, auch wenn die letzten paar Tage einer der Clubangestellten in Vorbereitung auf das Ende des Lockdown schon mal mit Rasenmäher und -Trimmer hier auf dem Gelände unterwegs war und Unruhe verbreitet hat.

Die Versorgungslage war, nach anfänglichen Irritationen, fast wie normal. Zwischendurch gab’s mal kein Mehl und derzeit gibt es in den Märkten weder die normale „Aufschnitt-Theke“ und/oder die Heizvitrine mit eßfertigen Brathühnern, aber ansonsten sieht es z.B. beim Pick’n’Pay recht normal aus. Daß dort heute fast sämtliche Angestellten und die meisten Kunden bereits mit Masken rumliefen, war wohl der morgen einsetzenden Pflicht geschuldet.

Am Boot ist wenig Erwähnenswertes passiert. Da auf dem Fishfinder im Cockpit quasi eine Dauerparade von Fischzeug in 3.5m Tiefe unterm Boot lang dargestellt wurde, habe ich die letzten zwei Tage hin und wieder mal eine Angel mit angeknotetem Shrimp in den Hafen gestippt und zur Abwechslung dann auch tatsächlich mal was minimal größeres als den Moony von neulich erwischt:

was kuckst du?

Auch der war nur begrenzt Suppentauglich, was die Größe angeht, hat aber mächtig Alarm an der Schnur gemacht und sich gewehrt wie ein Großer. Und mir beim Hakenlösen auch noch die Finger blutig gebissen :motz:Ejall! Nach kurzem Fight durfte er unversehrt wieder abtauchen.

Statt Fisch gab es dann am Geburtstag der Bordfrau zur Feier des Tages des Skippers berüchtigtes Lammgulasch. Statt Spätzle dieses Mal mit  den letzten verbliebenen Semmelknödeln. Mjamm…