Lockdown, Tag 42

Montag waren wir nochmal zur Mall. Nicht, weil es irgendwie wirklich dringend gewesen wäre oder wir irgend etwas unbedingt gebraucht hätten, sondern in erster Linie einfach nur, „um mal rauszukommen“. Lagerkoller-Vermeidung, sozusagen. Das erste was auffiel war: Der Parkplatz stand gerammelt voll! Also zumindest im Vergleich zu den letzten Malen, als der Andrang doch äußerst überschaubar war. Scheinbar hatten noch  mehr Leute die Faxen dicke und wollten am ersten Tag des gelockerten Lockdowns „mal raus“. Das Zweite: Nahezu jeder lief mit einer Maske rum. Wir dann also auch.

Der Versuch, ein paar neue „Pantoffeln“ in Form von Birkis oder wenigstens Crocs für mich, und ein paar Asiletten als Ersatz für Shaheda’s auseinanderfallende Croc-Flipflops zu erstehen, scheiterte schon im Ansatz daran, daß zwar die Geschäfte offen waren, und man auch theoretisch jede Menge Schuhe hätte kaufen können, FlipFlops und Hausschuhe aber scheinbar explizit von der Regierung vom Verkauf ausgeschlossen worden sind, warum auch immer… Ist ja auch irgendwie logisch: Wenn man schon die Leute für Wochen zuhause einsperrt und ihnen Zigaretten und jede Form von Alkohol verwehrt, ist es nur konsequent, daß man sie auch keine Hausschuhe kaufen läßt :-? Apropos: Ich bin jetzt tatsächlich seit knapp 6 Wochen rauchfrei. Klar, der Jap auf eine Kippe springt mich immer noch hin und wieder an, bevorzugt nach dem Frühstück oder sonst einem Essen. Das wird sicher auch noch eine Weile so bleiben. Aber eigentlich geht’s mir dabei noch ganz gut, und der Umstand, daß halt in den letzten Wochen auch gar keine Zigaretten zu kaufen waren, hat mich erstaunlich wenig berührt. Eigentlich die Gelegenheit , nun endlich endgültig davon loszukommen.

Der Umstand, daß man genausolange auch schon weder Bier, Wein, noch härtere Getränke kaufen kann, ist dagegen eine andere Nummer. Nun bin ich ja eh nicht so der Biertrinker, und nachdem Peter vor ein paar Wochen schon eine entsprechende Anspielung in seinem WhatsApp-Status gemacht hatte, hatte ich ihm großherzig meine letzten vier Dosen seines bevorzugten Windhoek Draught gespendet und hingebracht. Bei mir stehen die eh nur rum, genauso wie die beiden, seit Ausbruch der Seuche immer noch unangetastet im Schapp stehenden  SixPacks Carlson Black Label 🙂 Aber es ist eine Sache, ob man sich entscheidet, kein Bier zu trinken, oder von der besorgten Obrigkeit aus unerfindlichen Gründen daran gehindert wird. Angeblich  ist das Verkaufsverbot ja in erster Linie dazu da, um häusliche Gewalt zu verhindern oder wenigstens einzudämmen. So jedenfalls die ursprüngliche Begründung.

Prohibition unter dem Deckmantel der Fürsorgepflicht. Hat in den US of A damals auch schon nicht funktioniert…

Wie auch immer: Der Bordvorrat an Sundowner-tauglichem Alk ist in den vergangenen 6 Wochen doch bedenklich geschrumpft und mittlerweile auf eine halbe Flasche Bushmills und eine Buddel Brandy reduziert. Gin und Rum sind seit Tagen aus, und wenn das mit dem Verkaufsverbot noch lange so weitergeht, gibt es künftig nur noch Tonic mit O-Saft. Oder vielleicht gibt es hier ja irgendwo einen Schwarzmarkt und ich kann meinen Biervorrat gegen Rotwein eintauschen :mrgreen:

Wie schon im letzten Blog angesprochen, hatte ich mir kürzlich die Tankanzeige für die Wassertanks wieder vorgekramt. Und da die Anzeige ja irgendwie auch untergebracht werden will, ich aber nicht unbedingt noch mehr feiste Löcher als nötig ins Boot bohren will, habe ich die Woche damit verbracht, immer mal wieder an einem Gehäuse zu basteln, in dem nicht nur die Anzeige für die Wassertanks, sondern auch die beiden Batteriemonitore, die Ladeanzeige für Windgeneratoren und Solarpanels, die Statusanzeige für das 230V Bordnetz und die Fernbedienung für den Inverter ihren Platz finden sollen.

Wenn das denn mal fertig ist, soll es neben das Elektrik-Panel am Eingang, so daß man den Kram direkt im Blick hat. Da der Blick aufs Außenthermometer frühmorgens in den letzten Tagen meist nur noch Werte um die 14-15°C bei 90%rel ergab und es bis fast um 11h dauerte, bis das Cockpit wieder trocken war und man irgendwas machen konnte, zieht sich das alles etwas.

Bäh, der Winter naht …

Und dann war da noch der etwas unerwartete Wassereinbruch in der Backbord-Vorderkabine . Als ich auf der Suche nach passendem Holz für das Gehäuse den Vorrat an Leisten durchforstete, sprang mich deutliche Feuchtigkeit an einer Stelle an, an der keine sein dürfte. Zuerst hatte ich eine der Frontscheiben im Verdacht, aber wie sich beim ausgiebigen Wässern mit dem Schlauch herausstellte, liegt das Probleme wohl eher im Bereich der Vorstag-Aufnahme für das Kutterstag, zumindest träufelt es da leise vor sich hin, wenn man genügend Wasser draufwirft. Mist elender! Irgendwas ist doch echt immer. Naja, besser noch jetzt, als  mit schon aufgezogenem Segel oder gar erst unterwegs.

Da quält sich gerade ein Wassertropfen durch die Decke.  🙁

Und wo wir gerade beim rumplanschen waren, fiel mir dann beim Bewässern der Außenseite dieser Kabine auch noch ein übergebliebenes 3mm-Schraubenloch auf, das ich wohl neulich beim zuschmieren mit Epoxy übersehen hatte und das ebenfalls für Tröpfeleien in den Innenraum sorgte.  :oops: