Wind!

Hossa! Es windet ein wenig, hier an der Küste, und ist mit nur noch 22°C reichlich kühl. Nachdem das Sommerwetter gestern Abend erstmal zu Ende war, zeigte mein Windmesser im Laufe der Nacht tw. bis zu 48 Knoten in Böen an. Fühlt sich auf dem Wasser doch ein klein wenig unruhiger an, als wenn man aufgebockt an Land rumsteht. Aber, nachdem das ja nun nicht völlig überraschend kam und Windy dieses Wetter bis heute Nacht so angekündigt hatte, hatte ich zwei weitere Landleinen ausgebracht, alles andere soweit gesichert und die ganze Sache bei Kaffee und Youtube ausgesessen. Und nein, ich war nicht seekrank 🙂

Abgesehen davon, daß zwei meiner fünf flexiblen Solarpanels irgendwann in der Nacht vom Dach geweht wurden und in der Reling hingen, da sie immer noch nur provisorisch aufgetaped, aber nicht verschraubt oder verklebt waren, scheint wohl auch nix dramatisches weiter passiert zu sein. Meinen Schlaf hat das jedenfalls nicht beeinträchtigt 🙂

Bei meinem Nachbar-Lieger fehlte heute morgen das Sonnensegel. Gestern abend um 23h war es noch montiert, also entweder hat er es in einer mitternächtlichen Aktion dann doch noch abgebaut, oder es ist schlicht weggeflogen.

Die Woche war wieder mal geprägt von Arbeiten im Untergrund: Wir haben zum gefühlt 47. Mal den Steuerbord-Wassertank leer gepumpt, ausgewischt und die Bilge dahinter trockengelegt, und nachdem seit der Einwasserung der Wasserverlust zur Bilge zwar deutlich geringer geworden ist als noch auf dem Trailer, aber immer noch signifikant zu hoch für meinen Geschmack, werde ich den mühsam erneuerten Ablaufstutzen jetzt zulaminieren, die gesamte Tankrückwand mit 6-8 weiteren Schichten Glasfaser weiter stabilisieren und das Wasser künftig über den im Tankdeckel nachgerüsteten Saugstutzen von oben her fördern. Auf dem Bild sind mit etwas Mühe ein paar winzige Risse in der Epoxy-Schicht links und oberhalb des Stutzens zu sehen, die vor dem Transport  auf dem Trailer definitiv noch nicht da waren.

Und wenn das verdammte Ding dann immer noch nicht dicht ist, dann ist das eben so. Wenn nicht anders, stecke ich irgendwann eine 100L-Blase in den zugänglichen Teil des Tanks und lebe mit weniger Tankinhalt. Macht das Boot eine knappe halbe Tonne leichter und sicher auch schneller 🙂

Auch die andere Rumpfseite war mal wieder für eine unangenehme Überraschung gut: Nachdem ich

Plastikteil – 26 USD. Transport und Zoll – 132USD. Selbst mit Mastercard …

Freitag tatsächlich das vor über 6 Wochen aus Mexico versendete Teil für die Ruderaufhängung des Dinghy bei DHL abholen konnte, Samstag morgen strahlender Sonnenschein und kaum 10-12 Knoten Wind waren, gedachte ich den Tag mit Dinghy-Segeln zu verbringen. Nachdem das Ruder repariert, das Rigg soweit zusammengesteckt und eigentlich soweit einsatzklar war, drängte sich die Frage in den Vordergrund: „Wo sind eigentlich die Dinghy-Segel geblieben?“

Die nächsten halbe Stunde ging mit der Suche nach den Lappen ins Land, und im Zuge dessen, als ich gerade die Abdeckung des hinteren Stauraums unter der Koje geöffnet hatte, stieß ich zwar nicht auf die Segel, dafür aber auf ungefähr 30cm Wassertiefe, die wieder mal die Campingstühle, die zweite Persenning und alles andere durchweicht hatten, was da so drinlag. Die Kiste mit der Standheizung diesmal nicht, da ich die vorsorglich ganz nach oben sortiert hatte. Immerhin etwas. Wenigstens war es Süsswasser…

Also wieder mal alles ausräumen und im Cockpit zum Trocknen drapieren, Pumpe anwerfen und das Abteil leer pumpen, mit Eimer und Schwamm nachwischen und schließlich den unvermeidlichen Schimmel wegschrubben. Bootfahren ist echt toll …

Eineinhalb Stunden später als geplant, fand ich meine Segel dann in der letzten Ecke der vorderen Kabine hinter den da verstauten neuen Cockpitpolstern und es konnte losgehen. Inzwischen war der Wind zwar so gut wie komplett weg, und das bischen das noch da war, kam alle 50m aus einer anderen Richtung, aber immerhin:

Dinghy-Segeln 2020

Zumindest am Freitag gab es auch mal warmes Essen an Bord: Ganz rustikal, einfach nur Bratkartoffeln, Rührei, Speck. Hatte ich lange nicht 🙂

Nachtrag Sonntag 10 Uhr:

Es bläht immer noch mit gut 35kts, und im Hafen stehen inzwischen 40cm Hackwelle. Jetzt weiß ich wenigstens, was in den Berichten zu diesen Dean Katamaranen gemeint war, wenn von „slamming“ die Rede war. Bollert in der Tat ganz gut von unten.

Und eben habe ich gesehen, daß sich zwei der drei Leinen, mit denen das Dinghy am Heck vertäut war, losgejackelt hatten bzw. eine davon tatsächlich durchgescheuert war, das Ding wild in der Gegend rumhüpfte und teilweise schon am Steg scheuerte. Habe es jetzt halb auf die Badeplattform gezogen, da liegt es zumindest stabil und einigermaßen ruhig. Wird Zeit, daß mein „Kran“ fertig wird, um das Teil für solche Gelegenheiten künftig an Deck stauen zu können.

Tender. Geparkt.

Und natürlich, keine Woche ohne fail, habe ich es tatsächlich geschafft, dabei in der Hektik auf der Winch einen Überläufer zu produzieren. Nix geht mehr  🙁 Mal sehen, ob ich das nach Ende des Wetters wieder zerstörungsfrei ab kriege…

arghhhh…