im Keller

So allmählich scheint es Frühling zu werden, hier im südlichen Afrika. Heute waren angenehme 27-28°C und eigentlich war aufgrund der Vorhersage angedacht, mal ein wenig mit dem Dinghy  im Hafen rumzusegeln. Dummerweise war erst gar kein, und dann mit rund 20-25kts doch ein wenig zu viel Wind für die Nußschale, also haben wir das lieber gelassen. Vielleicht morgen…

Die Restauration des Bootes schreitet gemächlich voran. Seit gestern haben wir nicht länger nur eine enzelne, sondern nun noch zwei zusätzliche 230V-Steckdosen in der Pantry, so daß man nicht mehr permanent beim Gebrauch von Wasserkocher, Kochplatte oder (tadaa!) Espressomaschine hin- und herstöpseln muß. Nett.

Im Steuerbordrumpf habe ich derweil die Inspektionszugänge zum Echolotgeber und zum, im Rumpf einlaminierten, Wassertank großzügig mit dem Multimaster freigelegt und teilweise schon neue Verstärkungen laminiert.

Man at work

Nachdem ich den Zugang zum Wassertank von 20x15cm auf 50×30 vergrößert hatte, ließ sich auch feststellen, daß der eigentliche Tank tatsächlich mit einer geschraubten und zu-silikonisierten GFK-Abdeckung verschlossen ist. Warum das ab Werk dann so blöd unter dieser Winz-Klappe versteckt wurde, daß man an dieser Stelle ohne Säge überhaupt nichts bewerkstelligen kann, ist mir immer noch unklar. Durch dieses winzige Spundloch im ersten Bild paßt jedenfalls nichtmal ein Maßband, um wenigstens den Füllstand feststellen zu können, geschweige denn, daß man irgendwie hineinsehen könnte.

Vorher
Nachher

Jetzt war jedenfalls Platz genug, um besagte Abdeckung mal auszubauen, schaudernd in den Tank zu sehen in dem seit mindestens 3 1/2 Jahren noch rund 100L Wasser stehen, und demnächst mal die mitgebrachten Wasserstandssensoren in die Platte einzubauen.

Die antiken „Trinkwasser“-Schläuche sind von handelsüblicher Gartenschlauch-Qualität und sehen definitv so aus, als würde ich die nicht länger haben wollen. Bäh! Unter diesem Gesic htspunkt, war es schon durchaus die richtige Entscheidung, in den letzten drei Jahren bei meinen Besuchen nur Wasser aus Kanistern zum Abwaschen zu nehmen und zum Trinken auf gekauftes Mineralwasser auszuweichen.  Der untere Zentimeter des Tankinhalts besteht jedenfalls momentan noch aus einer ziemlich ekligen, schlammig aussehenden Substanz.

Aber da der Tank ja nun gerade mal oben offen und zugänglich ist, bietet sich nun auch die Gelegenheit, das Ding mal von innen mit dem Kärcher zu bearbeiten, bevor  ich ihm eine Certisil-Behandlung verabreiche und nochmal durchspüle. Danach sollte das Wasser zumindest aus diesem Tank künftig durchaus wieder Trinkwasserqualität haben und für Dusche und Zähneputzen genügen. Nächste Woche dann nochmal das gleiche Spiel mit dem Tank im Backbordrumpf. Dann hat die Kanisterschlepperei endlich ein Ende und Andy kann nach Herzenslust der Abwaschwut frönen, ohne dauernd auf dem Trocknen zu sitzen 🙂

Gegen 16h war dann sponta Schluß mit der Bastelei, als Andy schreckensbleich aus der Pantry kam und den Biernotstand verkündete. Samstag Nachmittag, und nur noch eine einzige Flasche Bier an Bord; geht gar nicht. Unser verzweifelter Versuch, auf die Schnelle noch ein paar Vorräte in der Mall zu erstehen, wurde zunächst von einem Clubmitglied ausgebremst, der uns ungeschickter Weise dermaßen zugeparkt hatte, daß wir nicht mal aus unserer „Boxengassse“ zwischen den an Land stehenden Booten rauskamen. Nachdem der Mensch aufgetrieben und sein Auto verscheucht war, kamen wir dann prompt um ein paar Minuten zu spät in der Mall an, da unerwarteterweise sämtliche Liquor-Stores in Richards Bay um 17h die Schotten dicht machen. Kein Bier am Wochenende, Drama pur! Nur gut, daß ich ja ohnehin eher Weintrinker bin. Davon ist noch hinreichend vorhanden 🙂

Zu Essen gab’s auch: Heute habe zur Abwechslung ich mal den Kochlöffel geschwungen und aus Basmati-Reis, Tiefkühlgarnelen, diversem anderen Meeresgetier und asiatischem Pfannengemüse sowas wie ein rotes Thai-Curry gebastelt. Schmeckte recht gut, auch wenn Andy sich mokierte, „der Fischgeschmack käme ja gar nicht so recht zur Geltung“. Irgendwas ist ja immer.

Wenigstens war auch der Abend warm genug, um dann mit dem letzten verbliebenen Bier bzw. ich ersatzweise mit einem Kaffee, noch bis 21h im Cockpit zu sitzen. So kann das Wetter hier von mir aus bleiben…