Blöder Keks!

Manche Dinge sind so absehbar, daß man sich hinterher fragt, warum man sie eigentlich trotzdem gemacht hat. Bei mir sind das zum Beispiel Betriebssystem-Updates von Android-Telefonen. Wenn ich’s recht bedenke, habe ich eigentlich in den letzten zehn Jahren noch nie ein Android-Update durchlaufen lassen, das hinterher nicht irgendwelche komischen Probleme bereitet hat. Ist ja bei Windows auch nicht so viel anders, nur fühle ich mich da etwas mehr „zuhause“ und kann das nötigenfalls rückgängig machen.

Wie auch immer: Seit Wochen nervte mein Samsung J7 schon rum, daß das Update auf Android Oreo bereitstünde. Nachdem ich dann gestern ohnehin Datenvolumen nachkaufen mußte, weil der 30-Tage-Zeitraum abgelaufen war, ließ ich das 960MB große Update dann Nachts ausführen. Mit dem Resultat, daß ich heute morgen zwar ein neues Android auf dem Telefon hatte (nehme ich zumindest an), dafür aber nun der Touchscreen nicht mehr funktioniert und die einzige noch verfügbare Funktion dieses Telefons jetzt die eines überteuerten Briefbeschwerers ist.

Somit war nicht nur mein „Haupthandy“ außer Gefecht, sondern auch der LTE- und WLan-Hotspot für meine ganzen PCs, iPads, Kindles, Drucker, Kameras usw. nicht mehr verfügbar und die Fernsteuermöglichkeit für den Spark, die GoPros und die beiden Panasonic-Kameras ebenfalls futsch. Dolle Wurst!

Nachdem ich die vor zwei Jahren hier schon mal installierte Fritzbox ausgegraben, entstaubt und die südafrikanische Data-SIM aus dem Telefon in den Huawei-LTE-Stick den mir Sara neulich hergeschickt hatte, transplantiert und an die FB gestöpselt hatte,  war ich nach nur knapp einer Stunde des Rumfummelns und Einrichtens immerhin schon mal wieder im Netz. Wenigstens was.

Da die Fritzbox hier jetzt zwei Jahre lang untätig im Schrank gelegen hatte, stellte sie natürlich umgehend nach dem Hochfahren fest, daß ich ungefähr zwei Dutzend Updates nicht gemacht hatte und holte das nach. Da dabei jede Menge Systemparameter zurückgesetzt wurden, inclusive vermutlich der Zugangsparameter, ging danach erstmal gar nichts mehr und ich hatte schon wieder kein Internet mehr. Dafür hat sie jetzt aber eine schicke, neue Benutzer-Oberfläche …

Wen’s interessiert: Die Fritzbox wählt sich zwar, dank Vodacom SIM und Vodacom LTE-Netz in letzteres ein, findet aber nur dann tatsächlich einen Internetzugang, wenn man in den Zugangseinstellungen nicht, wie zu erwarten wäre,  Vodacom.co.za als Zugangspunkt eingibt, sondern den in der Box voreingestellten T-Mobile-Zugang eingestellt läßt, mit dem ich nun ansonsten wirklich überhaupt keine Berührungspunkte habe. Da muß man erstmal drauf kommen :-/

Hat mich ungefähr eine weitere Stunde gekostet, das zu durchblicken.

Nachdem ich nun wieder googeln konnte, ließ sich auch rausfinden, wie man so ein J7 auch ohne funktionierenden Touchscreen ausschaltet. Gebracht hat das letztlich allerdings nichts, das Ding stellt sich nach dem Neustart immer noch tot. Zeigt zwar den Startbildschirm an, und nachdem ich meine Vodacom Voice-SIM reingesteckt hatte, hat es sich auch brav ins Vodacomnetz eingebucht, nur benutzen läßt es sich nicht. Wunderbare Welt der Technik.

Läuft, macht aber nix mehr.

Mal sehen, ob die im hiesigen Vodacom-Shop noch eine Idee haben, wie sich das Teil wieder benutzbar machen läßt, bevor ich es erst nach Deutschland einschicken muß. Letztlich ist das Ding noch nicht mal ein Jahr alt und immer noch in der Garantie.

Nun ja. Meine Vodafone-SIM steckt nach Jahren nun wieder in meinem alten S3 mit mittlerweile ebenfalls zersplittertem Bildschirm, das ich bisher für die lokale Vodacom-SIM  genutzt hatte, und abgesehen davon, daß WhatsApp beim Migrieren der Chats leider die falschen migriert hat, nämlich die vom südafrikanischen WhatsApp statt des deutschen und nun meine gesamten deutschen Chats seit Anfang des Jahres im Nirwana gelandet sind, kann ich wenigstens wieder telefonieren und Whatsappen. Jetzt kann ich mir immerhin noch aussuchen, ob ich die Vodacom-SIM künftig in das alte iPhone 4S oder das uralte Blackberry verfrachten will, falls ich noch irgendwo einen Adapter von Nano-Sim auf Micro- oder MiniSim finde. Mein eigentlich deutlich neueres „Vor-J7-“  S4 Mini habe ich zuletzt gesehen, als ich es am Flughafen in Frankfurt zusammen mit allen anderen Gerätschaften aus dem Koffer in eine dieser Durchleucht-Kisten gelegt hatte, danach war es verschollen, was mir aber leider erst in Kapstadt auffiel.

  Ein Hoch auf die Redundanz!

Was Positives gab es aber immerhin auch: Nachdem ich heute Mittag vergeblich im Cluboffice vorbeigeschaut hatte, um den „wir konnten Ihr Paket nicht zustellen“-Zettel für den zweiten Aircooler einzusammeln, der sich lt. Tracking-Infomail der Chinesen seit gestern „in delivery“ befindet, ging ich ohne große Erwartungen noch beim Shop vorbei, wo mir unglaublicher Weise schon an der Tür freudestrahlend zugerufen wurde, daß mein Calorifier und die NMEA2000-Dropcables kaum eine Woche nach der Bestellung angekommen seien. Die beiden Tankgeber wären mir momentan zwar ehrlich gesagt wichtiger gewesen, aber was soll’s. Man lernt hier definitiv, sich über alles zu freuen, was überhaupt irgendwie funktioniert 🙂

Nein, das ist kein Miniatur-Reaktor, nur ein Boiler.

Mein „Angestellter“ Simon ist übrigens seine 200 Rand am Tag durchaus wert, kann ich inzwischen bestätigen. In den letzten drei Tagen hat er im Alleingang schon fast das gesamte obere Deck soweit geschliffen, daß wir theoretisch irgendwann nächste Woche die neue Antislip-Struktur aufbringen können. Nachdem wir uns das gestern bei Steve auf dem Nachbar-Kat abgeguckt hatte, wissen wir ja jetzt, wie es geht: Deck mit Harz einpinseln, locker aus dem Handgelenk Sand draufwerfen, nach dem Trocknen abfegen und anschließend mit Farbe übertünchen. Sah simpel aus. Nur daß ich keinen Sand auf dem Deck haben will, sondern die von Morgan irgendwann mal vorgeschlagenen „Glas-Beads“, kleine Glaskugeln, die noch deutlich feiner und runder als normaler Sand und zudem reflektierend sind und so zum einen verhindern, daß man sich die Pelle abfräst, falls man doch mal auf Knien oder mit blanker Haut auf dem Deck rumrutscht, und zum anderen etwas bessere Wärmedämmung bei Sonneneinstrahlung abgeben sollen.

Im Gegensatz zu den von Morgan beschäftigten HiWis ist Simon auch durchaus in der Lage,  selbständig zu arbeiten nachdem man ihm einmal in groben Zügen erklärt hat, was man von ihm erwartet, und er denkt mit. Mag allerdings dem Umstand geschuldet sein, daß er mit 46 Jahren auch ungefähr doppelt so alt ist wie die und bereits seit 1999 an Booten arbeitet, wie er mir erzählte.

Zugegebenermaßen habe ich ihm allerdings auch nicht nur ein paar Bogen Schleifpapier und einen Schleifklotz in die Hand gedrückt, so wie das hier wohl Usus ist, sondern lasse ihn meine Maschinen benutzen. Das hilft doch ganz beachtlich, mit der Arbeit auch voranzukommen 🙂

Deck. Geschliffen.

Zu Essen gab es heute nix. Da ich den ganzen Tag lang schon Magenschmerzen hatte, habe ich mir verkniffen, großartig was zu kochen und mich den Tag über mit zwei belegten Scheiben Ciabatta und ein paar drögen Keksen begnügt (nein, keine Oreos). Überhaupt: Nachdem ich seit Wochen schon gezwungen bin, hier mit Gürtel rumzulaufen, weil mir ansonsten permanent die Hosen vom Hintern rutschen, konnte ich gestern nicht widerstehen und habe mir endlich eine Waage gekauft: Minus 8Kg, seit ich Anfang  August das letzte Mal zuhause im Badezimmer auf der Waage stand. Immerhin 🙂  

Andi: Ich bin jetzt leichter als Du! >:-)