Dodgerbau, Tag 4

Heute morgen waren es nur noch knapp drei Liter, die sich aus der Bilge pumpen ließen. Wird also weniger, für mein Empfinden sind das aber immer noch drei Liter zuviel (das ist immerhin mehr als die Menge, die ich täglich zum Abwaschen, Kaffeekochen etc. brauche).

der Inhalt der Bilge heute morgen

Die Rückwand des Tanks ist immer noch knochentrocken, das Leck scheint definitiv vom Durchlaß herzurühren. Ob das nun der Durchlaß selber, bzw. die Silikonabdichtung auf der Innenseite  ist oder ob es zwischen Schlauch und Stutzen durchkommt: Keine Ahnung. Ich habe alles so fest anzogen, wie es ging bzw. wie ich mich getraut habe, ohne daß der Stutzen abreißt. Also werde ich wohl diese blöden Kunststoff-Duchlässe wieder rausreißen und durch Edelstahlteile ersetzen. Im Nachhinein stellt sich natürlich schon die Frage, warum nicht gleich so. Vermutlich, weil ich zwar zwei Kunststoffteile, aber nur eins aus Edelstahl hatte und weil vorher auch Kunststoff eingebaut war. Aus irgendeinem Grund war ich der Meinung gewesen, das sei in einem Trinkwassertank vielleicht auch hygienischer. So’n Quatsch!

Wie war das noch: Wer billig kauft, kauft zweimal. (Und hat ggf. die doppelte Arbeit)

Der Steuerbordtank zeigte nach dem Umpumpen ziemlich identische Symptome. Auch hier nicht zu erkennen, wo was durchkommt, anfangs trocken, und nach ein paar Stunden war aber auch hier der Boden der Bilge naß. Also gleiche Operation dann da auch. (Seufz…) Wenigstens ist bei den Edelstahldurchlässen die Mutter wesentlich kleiner. Das läßt hoffen, daß man da dann irgendwie auch mit einem Werkzeug hinkommt, um sie richtig anzuknallen.

Simon hat heute den Tag auf Deck verbracht und war weiterhin damit beschäftigt, die Klebereste zu entfernen. Mittlerweile kann sich das halbwegs sehen lassen. Dafür hat er aber auch schon wieder eineinhalb Liter Aceton verbraten. Schätze, ich muß das demnächst mal woanders kaufen, sonst fragen die sich noch im Shop, ob ich hier eigentlich Crystal Meth koche 🙂

gestern
heute

Stephen war auch da. Hat ein paar schicke Schlitze oben an den Außenkanten in das Dach des Dodgers gefräst und dann das ganze Ding zusammengezogen, um die späteren seitlichen Dachkanten auf die Ecken des hinteren Edelstahlbügels zulaufen zu lassen. Ansonsten hätte das wohl etwas komisch ausgesehen, weil es an jeder Seite 30cm übergestanden hätte (und vermutlich irgendwann die Großschot durchschamfilt, die direkt dahinter läuft).

Anschließend wurde wieder mal ausschweifend mit Harz und Glasfaser rumgepanscht und das ganze Konstrukt wieder entsprechend verstärkt. Nebenbei hat er mir seine komplette Lebensgeschichte erzählt, wann immer ich mal aus der Bilge aufgetaucht kam, um im Cockpit Luft zu holen und mein durchgeschwitztes T-Shirt auszuwringen. Da während und nach der ganzen Rumflexerei alles voller Staub und Glasfaser lag und das Zeug in Massen durch die Gegend flog, hatte ich schon vorher alle Luken und Türen verrammelt und somit den größten Teil des Tages über 38° in der Bude. Wieso mir allerdings erst abends wieder einfiel, daß ich ja jetzt eigentlich eine Klimaanlage besitze, weiß ich nun auch nicht so genau. Werde wohl doch langsam alt und tüddelig.

Morgen soll der Dodger dann abgebaut werden, so es nicht regnet. (Wonach es derzeit allerdings stark aussieht).

Frühstück 🙂

Mittagessen fiel temperaturbedingt aus, und auch abends hatte ich eigentlich weder Lust zu kochen, noch großen Hunger. Da ich seit gestern „out of Gin“ bin, gab es auch nur einen nicht alkoholischen  Orangecrush mit ohne Bombay als Sundowner, nachdem ich vorher erstmal den ganzen im Cockpit rumfliegenden Glasfaserstaub vom Flexen weggesaugt habe, um überhaupt irgendwo sitzen zu können. Macht nix, die Sonne ist heute eh nicht zu sehen, auch wenn draußen immer noch über 29°C sind.

Ein bischen Brot ist auch noch da, also habe ich mir gerade eine frisch eingeflogene Dose heimatliche Brägenwurst aufgemacht und zünftig „gebrotzeitet“ 🙂

Und jetzt werd ich mein Keybord aus dem Schrank holen und ein bischen vor mich hinklimpern. Mit dem Ziel, daß die angeschlagenen Akkorde irgendwann mal wieder so klingen, wie ich das erwarte, wenn ich sie anschlage. Das hat vor Jahrzehnten schon deutlich besser funktioniert. Echt erschreckend, was man so alles verlernt, kaum daß man ein paar Jahre kein Klavier anfaßt 🙁