Ein Loch ist im Eimer …

Zugegeben, es ist etwas mehr als ein Eimer, und es ist auch nicht nur ein Loch, sondern eher ein mehrere Zentimeter langer Riß auf halber Höhe. Nachdem ich heute endlich den Zugang zum Backbord-Wassertank freigelegt hatte, stellte sich heraus, daß der nicht nur genau so verpäkt wie der auf der anderen Seite ist, sondern zu allem Überfluß auch noch einen Riß zur Bilge hat. Wären wir hier in Europa, und gäbe es hier ernstzunehmende Winter mit entsprechenden Minustemperaturen, hätte ich anhand des Schadenbildes auf einen eingefrorenen und daher geplatzen Tank getippt. Wir sind allerdings in Afrika, und selbst in strengen Wintern wie dieses Jahr werden hier wohl keine Temperaturen erreicht, die einen Wassertank einfrieren lassen würden. Letztlich habe ich also keine Ahnung, wie dieses Loch entstanden ist. Aber da es ein GFK-Tank ist, sollte eine Reparatur wohl kein unüberwindbares Hindernis darstellen.

Eingekringelter Riß, ungefähr auf halber Höhe des Tanks

Auch der Umstand, daß ich durch eher vorsichtiges „rumjackeln“ an dem Schlauch, durch den vormals Wasser vom Tank zur Pantry hochgepumpt wurde, den gesamten Schlauch und die eine Hälfte des Anschlußstutzens in der Hand hatte, war da nicht mehr wirklich überraschend. Nu ja, Stutzen und Schlauch sollten ja eh neu werden.

Nachdem „Tony, the mechanic“, am Dienstag den Volvo so überzeugend kurzfristig zum Laufen gebracht hatte, wollte er eigentlich „nur mal kurz“ noch was auf einem anderen Boot erledigen und dann am Nachmittag wieder aufschlagen, damit wir den Z-Antrieb zerlegen. Seitdem habe ich ihn noch nicht wieder gesehen, und von Morgans Jungs, die eigentlich am Montag damit anfangen sollten, die Lukenrahmen einzulaminieren, hat sich die ganze Woche auch noch keiner blicken lassen. Hakuna Matata …

Immerhin: Ich habe dann halbwegs erfolgreich selber angefangen, den Antrieb zu zerlegen, nachdem ich mir einen passenden Auszieher gebastelt hatte, Andi hat die ehemals verbauten Jalousien wiedergefunden, abgekärchert und provisorisch wieder eingebaut, so daß die Innenraumtemperaturen derzeit erträglich sind. (Draußen waren gestern immerhin um die 32°C).

Außerdem hat er sich den ziemlich vergammelten Außengrill an Thelxinoes Heckkorb vorgenommen. Nachdem die darin nistenden Wespen sich im Vergleich zu den deutschen Viechern als eher lethargisch erwiesen und sich einfach so wegspülen lassen hatten, stellte sich der Grill dann allerdings als ziemlicher Totalschaden dar. Da muß wohl noch was neues her, bevor ich hier ablege.

Die gestrige Temperatur war dann auch der Grund dafür, daß nicht so unheimlich viel am Boot passierte. Ich habe einen guten Teil des Tages im Cockpit damit verbracht, meinen vortags irgendwie verdrehten Rücken wieder gerade zu liegen und mein Schlafddefizit auszugleichen, und Andi hat die Gelegenheit für einen Solo-Ausflug zum benachbarten Tuzi-Gazi-Hafen genutzt, um die örtlichen Sehenswürdigkeiten zu fotografieren 🙂

Drei der 27 Bewerberinnen um die ausgeschriebene Stewardessen-Stelle an Bord

Da aus unerklärlichen Gründen die Biervorräte an Bord schon wieder ebenso zur Neige gingen wie der Fleischvorrat, waren wir eben noch kurz im Pick’n’Pay zum Einkaufen. Ich habe im Liqor-Shop nebenan wenigstens gleich noch eine passende Ausrüstung für die künftig dann angemessen zu zelebrierenden Sundowner-Sitzungen im Cockpit erstanden. Geht doch nix über Traditionen 🙂

Sundowner-Grundausstattung: Bombay Sapphire Dry Gin und Schweppe’s Tonic 🙂

Zum Abschluß des Abends gab es dann die gerade eingekauften „Pan-Fry-Steaks“, die sich allerdings mit kaum 5mm Dicke eher als Schnitzel qualifiziert hätten und ein wenig konsitenzielle Insuffizienzen aufwiesen. Will heißen, sie waren zwar nicht wirklich zäh, so richtig „fleischig“ allerdings auch nicht. Naja, war einen Versuch wert, einmal reicht dann aber auch. Die dazu gereichte, mit 400g frischen Champignons „angedickte“  Pilzsoße war hingegen vorzüglich 🙂