Jo is denn scho wieder …

Jau, es ist. War ich letztes Jahr um diese Zeit noch optimistisch genug zu glauben, heute sicher irgendwo in der Karibik oder ähnlicher Lokalität zu sitzen oder zumindest auf dem Weg dahin zu sein,   so hat sich im Verlauf des Jahres aufgrund der hier vorherrschenden Arbeitsmoral und die dadurch bedingten Verzögerungen, doch ein wenig Ernüchterung eingestellt. Inzwischen ist das aber irgendwie nicht mehr so unheimlich wichtig: Immerhin bin ich, wenn schon nicht unter Segeln, ja zumindest „irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs“. Daß ich immer noch an Land rumhänge und seit anderthalb Jahren auf einem Boot ohne benutzbares Klo lebe, sehe ich jetzt mal als nicht ganz so befriedigenden Nebeneffekt. Nächstes Jahr wird alles besser 🙂

Wenigstens habe ich inzwischen den wirklich überwiegenden Teil des Refits erledigt und sehe den Tag näherrücken, an dem ich meinen Landplatz dann endlich zumindest schon mal gegen einen Steg eintausche. Wie schnell das dann in tatsächliches Segeln mündet, wird sich erweisen.

Die Feiertage über war es hier erwartungsgemäß ruhig. Außer Mike, meinem Nachbarn auf Trinity, der seit meiner Ankunft hier letztes Jahr wirklich jedenTag in Blaumannhose und -Jacke rumturnte und von früh bis spätabends an dem Katamaran rumbastelt, und sich das auch gestern und heute nicht verkneifen konnte, war niemand mehr so recht im Gange. Die ganzen schwarzen Arbeiter sind alle im Urlaub, und die einzigen anderen, die noch irgendwie beschäftigt aussahen, waren vermutlich alles Bootseigner, die an ihrem eigenen Kahn werkelten. Ich habe mir das, angesichts von erneut um die 37°C, gestern fast, und heute komplett geschenkt und nur das reichlich anfallende Kondenswasser meiner Klimaanlage genutzt, um ein paar Maschinen Wäsche zu waschen. Irgendwann ist auch mal gut.

Insofern waren die letzten drei Tage verhältnismäßig ereignisarm, und eigentlich gibt es gar nicht viel zu berichten.  Habe noch eine neuen Schleifmaus und einen neuen Eimer Sigmadur 550 erstanden, damit es nach den Feiertagen nahtlos weitergehen kann, aber ansonsten war das spekulärste Ereignis noch, daß ich gestern Nachmittag gerade dabei war, meine Wassertanks wieder aufzufüllen, als doch tatsächlich noch ein Boot ins Wasser geslippt werden sollte. Und da sich bei meinem derzeitigen Standplatz der Wasserhahn „über die Straße“ befindet, sind sie natürlich prompt mit dem Travellift über meinen zusammengestückelten Schlauch gefahren, haben das Verbindungsstück zerbröselt und zudem zwei weitere Löcher reingefahren. Schätze, ich brauche demnächst wohl mal einen neuen. Wenigstens hatte ich schon ungefähr 250L drin, das sollte für das Restjahr wohl reichen.

Statt des traditionellen „Kartoffelsalat mit Würstchen“, habe ich gestern abend den Grill angeschmissen, ein paar Medallions und zwei Stück Boerewors geröstet und war anschließend schon fast mehr als satt.

Bleibt also nicht viel mehr zu tun, als allen Lesern ein frohes, ruhiges und gegebenenfalls besinnliches  Weihnachtsfest zu wünschen. In diesem Sinne:

Ho! Ho Ho!