Lockdown, Tag 112

Es nervt. Ich hatte es verpennt, mir rechtzeitig neues Nasenspray zu besorgen, und so wache ich morgens um 4:15 auf, weil ich keine Luft mehr kriege und mein Gumpen völlig zu ist. Sitze zwei Stunden später mit ausgelesener Zeitung  im Salon und versuche mit mäßigem Erfolg, meine Finger an einem Becher Kaffee zu wärmen und gleichzeitig zu schreiben, der Heizlüfter läuft auf Hochtouren, die Füße braten fast auf dem Heizteppich  fest und ich friere trotzdem wie Sau, weil draußen nur noch 7°C sind und hier drinnen trotz vollem Technikeinsatz auch nur 14 °C werden. Dreck. Schätze, ich muß wohl doch mal die Dieselheizung aus der Kiste kramen und probieren, ob sie zum laufen zu bringen ist.

Zu allem Überfluß hat mein Notebook gestern auch wieder mal ungefragt und trotz „getaktetem Netzwerk“ ein Update gezogen und damit mein Datenvolumen 14 Tage vor Ablauf des Monats bis auf 180MB Rest verballert. 19.8GB in 14 Tagen? Beide iPads betteln ebenfalls schon seit Wochen danach, endlich das fällige Update runterladen zu dürfen und das zweit-Notebook sowie das Netbook habe ich schon wochenlang nicht mehr angehabt, werden sich aber zweifellos ebenfalls updaten wollen. Ich fühl mich gerade leicht angenervt …

Immerhin: VodaCom bietet seit einer Weile nicht mehr nur 24-, sondern nun auch 12-Monatsverträge zu deutlich günstigeren Konditionen als die prepaid-Varianten an, sofern man denn ein Bankkonto bei einer südafrikanischen Bank vorweisen kann. Kann ich seit letzter Woche, also habe ich als frischgebackener Kontoinhaber vorgestern mit sofortiger Wirkung mein bisher mindestens alle 4 Wochen fälliges 20GB-„Abo“ für 699,-R in einen Festvertrag mit 80GB Datavolumen/Monat für 369,-R umgewandelt und warte nun auf die Zusendung der neuen SIM-Karte. Selbst wenn ich nur noch ein halbes Jahr im Land bleibe, wovon wohl fest auszugehen ist, hat es sich schon amortisiert,  auch wenn ich die restlichen Monate dann verfallen lasse bzw. umsonst bezahle. Ganz zu schweigen vom vierfachen Datenvolumen.

Nachtrag: Obwohl ich den ganzen Tag eigentlich mit anderem Kram beschäftigt war, hat trotzdem irgend etwas im Tagesverlauf die restlichen 180MB weggelutscht, also stand ich gegen 17h ohne Datenvolumen da. Die neue Sim ist natürlich auch immer noch nicht geliefert, somit sah ich mich genötigt, weitere 120R für 2GB auszugeben, in der Hoffnungs, damit wenigstens über’s Wochenende zu kommen.

Und noch was zum Thema „die Einschläge kommen näher“:

Als ich heute morgen zur Pharmacy war um neues Nasenspray zu erstehen, wollte ich eigentlich gleich noch ein Paket Brot und einen Karton Milch vom direkt danebenliegenden Pick’n’Pay mitbringen. Stand dann allerdings unvermittelt vor verschlossener Tür, an der feist angeschlagen war:

Wegen eines akuten Covid19-Falles in unserer Belegschaft bleibt unser Markt bis auf weiteres geschlossen“

Na wunderbar. Der SuperSPAR auf der anderen Straßenseite hatte aber immerhin noch geöffnet, hungern müssen wir nicht  …

Vorgestern hat mich Andries tatsächlich mal überrascht. Nachdem er es nach diversen Aufforderungen tatsächlich irgendwann doch noch geschafft hatte, mir eine Aufstellung der von ihm bzw. seinen Spezis ausgeführten Arbeiten des letzten Jahres zu präsentieren, ich ihn um  25% runtergehandelt und das dann aber auch umgehend bezahlt hatte, kam er einen Tag später an und überreichte mir grinsend einen einigermaßen blank geschliffenen Reserve-Propeller für meinen 270er Z-Antrieb.

Reserve-Propeller

Immerhin in derselben Drehrichtung wie der, der jetzt draufsitzt und zwar nicht gerade neuwertig, aber doch deutlich besser als der ursprünglich verbaute.

Er machte einen ziemlich erleichterten Eindruck, und irgendwie schien er wohl gar nicht so recht damit gerechnet zu haben, daß ich ihn tatsächlich ohne große Debatte bezahlen würde, nach dem, was sie hier so alles verpfuscht hatten. Ich hatte ihm ja auch angedroht, daß ich hier wegsegele ohne ihn zu bezahlen, wenn er mir nicht sowas wie eine halbwegs plausible Rechnung vorlegt.  Wenn ich das mal alles zusammenrechne, dann waren die ganzen Edelstahlarbeiten an Bugsprit, Badeplattform und Geräteträger, der Motor-Einbau und die Antriebsüberholung trotz aller Frickeligkeiten und Nervereien mit umgerechnet knapp 1.500,-€ immer noch vergleichsweise   billig und von meinem Empfinden her einigermaßen passig. Bei Morgan hätte ich dafür mutmaßlich das 8- bis 10-fache gelöhnt…

Deckwasch-Anschluß

Der Anschluß für den Deckwasch-Wasserhahn ist unterdessen ebenfalls verschlaucht, verrohrt und an die Pumpe angeschlossen. Mit gut 10L Durchsatz pro Minute sollte das wohl sogar für den Kärcher reichen. Werden wir mal ausprobieren, sobald diese Kohlenstaubgegend hinter uns liegt. Um gefangene Fische zu säubern, geht es aber auch ohne Kärcher …

Ich wollte schon immer mal eine taugliche Multi-Rolle für die Hochseefischerei haben, auch wenn die Gelegenheiten, sowas sinnvoll nutzen zu können, vor meinem Einzug hier ziemlich eingeschränkt waren; und da die Mädels im Shop gerade ein Angebot über  eine entsprechende Combo am laufen hatten, habe ich mir eine Shimano TLD25 mit einer dazu passenden 2.10m-Rute gegönnt. Noch 300m 55er Schnur draufgerollt, und nun können die Mahi Mahis und Wahoos kommen …

Neuer Versuch

Nachdem meine Schlauchbootflickschusterei im ersten Anlauf nur von sehr kurzfristigem Erfolg gekrönt war, lief das beim zweiten Mal besser: Auch nach drei Tagen kein Luftverlust. Seetüchtigkeit wiederhergestellt.

Zum Titelbild: Wir sehen … das undramatische Ende eines mißglückten Umbauversuchs an einem GFK-Segler. 

Der Kahn stand da schon aufgepallt Anfang 2015, als ich das erste Mal hier war, vermutlich auch schon länger. In der Zwischenzeit hatte sich eins der Pallhölzer in den Rumpf gebohrt und ein halbquadratmetergroßes Loch hinterlassen, und die gesamte Kiste drohte einfach umzukippen und mit den danebenstehenden Booten Domino zu spielen, sollte das noch bei einem weiteren Holz passieren. Irgendwann letztes Jahr hatte die Clubleitung ja mal drauf gedrungen, eine Art Inspektion zu veranstalten, wieweit denn die Arbeiten an den an Land stehenden Booten vorangeschritten seien. Diese verhunzte gelbe Kiste ist dabei anscheinend durchgefallen. Jedenfalls tauchten letzte Woche drei Mann mit Kettensäge, großer Flex und Eimer und Besen auf, um den Kahn von oben nach unten in kleine Stücke zu zerschnitzeln und die resultierenden Reste auf einen Anhänger zu verladen. Das ist vermutlich selbst bei exorbitant übertriebener Bezahlung der drei immer noch dramatisch billiger, als die drei davor im Weg stehenden Boote erst von Jannie zur Seite schaffen zu lassen, um die Plastebüchse am Stück zu verladen. Ende einer Baustelle, einer Idee, eines Traums … 

Zustand vorher …
… heute morgen …
… und zum Feierabend hin. Nun auch mit erleichtertem Zugang von der Wasserlinie aus. 🙂

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