Lockdown, Tag 119

Die Camper in diesem Lande werden auch immer dreister: Irgendjemand hat doch tatsächlich mitten in der Zufahrt zur Slipanlage ein 2-Mann-Zelt aufgeschlagen 🤣 

nicht mehr viel übrig …

Der Abbruch des gelben Kahns nimmt zügig seinen Lauf: Außer ein paar Bodenstücken, ist nach einer Woche mit Presslufthammer und roher Gewaltanwendung nicht mehr so ganz viel übrig geblieben. Im Gegensatz zu meiner Behauptung von letzter Woche, ist das übrigens gar kein GFK-Boot, sondern besteht, oder besser bestand, aus Ferro-Zement. Was die Entsorgung insofern dramatisch billiger machen dürfte, als es nunmehr nicht länger Sondermüll, sondern nur noch Bauschutt ist.

Abrisshalde

Bei uns an Bord passiert ansonsten herzlich wenig. Die Tage kleckern so langsam dahin, die Temperaturen schwanken zwischen 11 und 30 °C Grad,  irgendwelche erwähnenswerten Fische außer ein paar Sardinen waren auch nicht zu fangen, also  so richtig toll motiviert fühle ich mich derzeit wirklich nicht. Habe diese Woche mit der Außenwand in der Navi-Ecke die letzte noch ungepinselte Stelle im Innenraum geschliffen und weiß gestrichen, und bei der Gelegenheit auch gleich dem Navitisch eine neue Oberflächenfarbe verpaßt, aber davon abgesehen, sitzen wir momentan einfach nur den Lockdown aus und warten drauf, daß es mal irgendwann vorüber ist.

Kein Arbeitsschritt ohne Kollateralschäden: Bei dem Bemühen, eine neue Durchführung für diverse Radio- und Netzwerkkabel in die Tischplatte zu bohren, habe ich auf Anhieb und im ersten Versuch die darunter verlaufende Warmwasserleitung erwischt und das Tischinnere dezent mit heißen Wasser geflutet. Glücklicherweise nur mit einem 3.5er Pilot-Bohrer und nicht mit dem 16mm-Kaliber, so daß sich die Menge in Grenzen hielt, bevor ich das bemerkte und die Druckwasserpumpe abstellen konnte. 

Immerhin: Vorletzte Woche oder so hatte ich ja noch ein 6m-Ende PE-Rohr nachgekauft und nach dem Verlegen der Leitung von der Seewasserpumpe bis zum Deckwasch-Auslass an der Badeplattform noch ziemlich genau soviel davon übrig behalten, daß es jetzt völlig problemlos für den Ersatz des angebohrten Stückes zwischen Druckwasserpumpe und Boiler reichte. Als wär’s direkt dafür gemacht. 🙄 Toll …

Yo! Mittendrin statt nur dranlang, oder so.

Nachdem das Rohr in anderthalbstündiger Bastelei ersetzt, der Tisch trockengewischt, die Kabel verlegt und ein wenig indirektes Licht angeschlossen waren, hat nun auch der bislang immer noch im Salon lose rumstehende Drucker / Scanner seinen vorläufig endgültigen Platz eingenommen. Hier ist er doch deutlich weniger absturzgefährdet, als vorher auf dem Bücherregal und dank WiFi-Anbindung ans Bordnetz, ist ja auch egal, wo er eigentlich rumsteht.

Hier blockiert er nun zwar den halben Navi-Tisch, aber ehrlich gesagt sehe ich mich eh nicht wirklich mit ZiBl3 und Papierkarten daran rumhantieren, auch wenn ich von Peter neulich schon mal ein paar Kg Karten für den Bereich von hier bis hoch zu den Seychellen abgestaubt hatte. Nu ja. Wir werden sehen …

Rückblende:

Vodacom SA ist deutlich schnarchnasiger als ihr deutsches Pendant. Letzte Woche Donnerstag hatte ich online einen 12 Monats-Vertrag über eine SIM-Card mit je 50GB „anytime-volume“ und 30GB „nightowl-volume“ abgeschlossen, vulgo 80GB total. Da die SIM bis letzten Freitag erwartungsgemäß noch nicht hier eingetrudelt, zwischenzeitlich aber mein Datenvolumen aufgebraucht war, hatte ich Freitag Nacht nochmal spontan 2GB für die vorhandene prepaid-SIM nachgekauft, in der Hoffnung, damit wenigstens bis zum Eintreffen der neuen SIM, mindestens aber über das Wochenende hinzulangen. Pffft…

Von Vodacom kam bislang genau eine email, daß sie meinen Antrag erhalten haben und ihn bearbeiten, und die neue SIM Wochentags zwischen 8h00 und 17h00 geliefert werden soll und der Kurier (!) meine Identität prüfen wird. Dat war’s. Also habe ich Dudu im Cluboffice eine Kopie meines ID-Books und einen Ausdruck der Mail gebracht und warte nun drauf, daß sie Vollzug bzw. Empfang meldet. Inzwischen ist gut eine Woche rum, gekommen ist natürlich bisher nix und wird wohl in den nächsten drei Tagen auch nicht, und meine 2GB sind seit gestern Nacht auch Geschichte. Noch ’ne Woche auf Sparflamme surfen, ohne Youtube, Forum und Blog? Nö, eher nicht. Hab jetzt einen weiteren 20GB-Monat gebucht. Wunderwelt der Technik …

Und dann war da noch …

dieser argwöhnisch dreinschauende Langnasenstelzvogel auf der anderen Seite des nach dem auskärchern aufgestellten Dinghies, der mich neulich schon mal auf meiner Badeplattform überrascht hatte und vermutlich derjenige ist, der auch meine da für den nächtlichen Angeleinsatz gebunkerten Razorbelly-Hälften geklaut hat. Da ich meine ganzen brauchbaren sprich größeren Fische durch die Bank mit toten ganzen oder halben Razorbellies gefangen hatte, lagen vorgestern Abend noch zwei filetierte Hälften für den späteren Gebrauch offen auf einem Brett auf der Plattform. Als ich sie dann gegen 21h tatsächlich nutzen wollte, waren sie verschwunden. Naja, es sei ihm gegönnt 🙂

So von Auge zu Auge, ist das rein größenmäßig durchaus ein relativ beeindruckender Vogel, der bis zu 150cm groß wird. Auf englisch heißt der Ebo, oder auch Black-headed Heron, der lateinische Name Ardea goliath oder auf gut Deutsch „Goliath-Reiher“ trifft es aber recht gut 🙂

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