Trippelschritte

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen … Inzwischen habe ich streng den Eindruck, alles was ich hier nicht selber fertig mache, wird  auch nicht fertig. Vorletzte Woche Freitag hatte ich ja noch die optimistische Prognose gewagt, am darauf folgenden Montag mit Andries nur noch die Züge für Gas und Schaltung zu verlegen, Öl und Wasser drauf, und dann mal den Motor  laufen zu lassen, um zu testen, ob das mit dem Antrieb alles so hinhaut wie es soll. Möchte irgend jemand raten, wer sich die ganze Woche lang nicht blicken lassen hat?

Ich hab es jetzt auch erstmal so gelassen, sind ja noch genügend andere Baustellen da. Nachdem meine Wasserpumpen schon wieder anfingen, alle halbe Stunde unmotiviert anzulaufen (und nach einer Weile rund 10 Liter Wasser im Badezimmerschrank standen) habe ich in der Zwischenzeit die Hälfte der von Stephan in Bad und „Pumpenfach“ verbauten Messing-Winkelstücke in den Wasserleitungen rausgeworfen, die mit der Zeit eins nach dem anderen undicht wurden,  und durch die letzten Whale-Verbinder ersetzt, die hier noch übrig geblieben waren, bis mir die dann irgendwann ausgingen.

Die gibt es hier natürlich nicht, also habe ich jetzt bei SVB noch ein paar nachgeordert. Es hatte schon seinen Grund, warum ich in meinen Schränken eigentlich simple Steckverbindungen haben wollte, und keine Verbinder, für die man mittels eines 16er und eines 23er Schlüssels kopfüber im Schrank rumfuhrwerken muß um sie überhaupt dicht zu kriegen, und die sich irgendwann einfach wieder losjackeln… Und das, obwohl ich noch nichtmal unterwegs bin und der Kahn eigentlich reglos an Land steht. 🙁

Nur gut, daß ich meinen Fluxgate-Kompass noch nicht eingebaut hatte, wie ich eigentlich Samstag vorhatte. Der sollte nämlich mangels sinnvollerer Alternative unten in diesen Schrank und hätte ansonsten satt 5cm tief im Wasser gestanden, weil dieser Schrank keinen Ablauf in die Bilge hat und tatsächlich wasserdicht ist. Macht ja auch unheimlich viel Sinn, zumal er direkt unter/neben der Dusche steht und ohne Frage jedesmal naß werden wird, wenn jemand duscht.

Ansonsten geht es hier in wirklich kleinen Schritten weiter. Heute habe ich Simon erstmal dabeigestellt, das ganze Boot zu waschen und von all dem päkigen Kohle- und Schleifstaub zu befreien. Ich konnt’s echt nicht mehr ansehen. In der Zwischenzeit habe ich mir die letzten beiden Bullaugenmützen geschnappt, und sie an ihre Bestimmungsorte geklebt. Haken dran.

Anschließend waren die die Decksbeschläge an Steuerbord dran, die im Zuge der Entfernung dieser todschicken Badeleiter und der Wiederherstellung der Scheuerleiste damals entfernt

Ich weiß echt nicht, wer sich sowas merkwürdiges ausdenkt. So sah das jedenfalls 2015 aus. Ein Stück Scheuerleiste rausgeflext, ein unlackiertes Holzbrett an die Bordwand gebappt und dann eine Klappleiter so bescheuert angeschraubt, daß die Schrauben innen 4cm weit aus der Badezimmerwand vorstanden.

worden waren. Alle Klampen und Relingstützen sind seit heute wieder angeschraubt. Letzte noch zu installierende Deckshardware sind jetzt noch die vier Winschen und die Ankerwinde. Alles andere ist immerhin soweit wieder angebaut. Ausgenommen der Dodger natürlich…

Samstag ist mir der Kragen geplatzt, und ich habe Stephen ultimativ aufgefordert, das Ding bis Freitag dieser Woche hier wieder abzuliefern, egal wie weit er jetzt damit ist. Ich hab inzwischen echt die Faxen dicke. Angeblich ist der strukturelle Teil ja schon seit Monaten fertig, jedenfalls lautete die letzte Aussage (vor immerhin auch schon zwei Monaten), es müßte nur noch gespachtelt, geschliffen und lackiert werden. Das krieg ich notfalls wohl gerade noch allein hin, wenn er jetzt immer noch nicht fertig ist.

Samstag hatte Simon die beiden Luken vom Cockpit mit der dritten und vierten Farbschicht versehen, und nach der Putzaktion heute sieht das Cockpit immerhin wieder fast bewohnbar aus. Wenigstens was. Jetzt noch ein bischen Farbe drauf und schon sieht es aus wie neu. Selbstverständlich war natürlich über Nacht wieder irgend ein Blödvieh über die frische Farbe getappt, weil die Luken bis Sonnenuntergang noch nicht trocken genug waren, um sie wieder einzusetzen, und ich sie dann draußen liegen lassen hatte. Sieht diesmal allerdings eher nach einer Katze aus… Egal.

Nur noch die Fläche vor der Tür besanden und pinseln, und dann ist zumindest der Boden fertig.

Wenigstens ist es tagsüber derzeit mit 22-25°C einigermaßen angenehm. Nachts gehen die Temperaturen auch schon mal auf 13 Grad zurück, und da ich außer meinem Fußwärmer weder eine brauchbare Heizung, noch bislang eine nennenswerte Isolierung besitze, und zu allem Überfluß die letzten paar Tage auch noch die beiden Cockpitluken fehlten (ebenso wie die Schranktüren in den Achterkabinen nicht eingebaut waren) und somit ein rund ein Quadratmeter großes Loch nach außen in meinem Boot war, bewegte sich die Innentemperatur beim Aufstehen die letzten Tage ziemlich genau in derselben Größenordnung. Brrrr….

[Edit:] Da heute Montag, und somit Braai-Abend war, lief mir dabei Kirsten über den Weg. Irgendwie kamen wir auf die Bullaugen-Mützen zu sprechen und er kam damit an, daß Jannie wohl letzte Woche einem Kunden 8.000,-Rand dafür abgenommen hat, sechs solcher Kappen ans Boot zu kleben. Nur für die Arbeitszeit, wohlgemerkt. Ich habe für meine beiden heute  eine knappe halbe Stunde inclusive Gerüstbau und  abwaschen des Rumpfes an der Einbaustelle mit Aceton gebraucht…