Wasserspiele

Nach drei Tagen permanenten Regens entwickelt sich mein Boot allmählich zur Tropfsteinhöhle. 🙁 Bislang war ich ja davon ausgegangen, daß der große dunkle Fleck auf dem Holz-Fußboden, der sich über die letzten zwei Jahre entwickelt hat, lediglich von der falsch entwässernden Schiebetür her resultiert, sofern der Wind den Regen direkt von achtern dagegenpeitscht, dem scheint aber definitiv nicht so zu sein.

Seit zwei Stunden tropft es auch aus dem Kasten mit den ganzen 12V-Sicherungsautomaten, also habe ich den mal aufgemacht und den beim Mastlegen damals entfernten, vormals an Deck montierten Schwanenhals für die Kabel von Radar, Mastlicht, Antenne etc. als Ursache ausgemacht, bzw dessen 20mm-Öffnung, die damals  nur provisorisch von Brad oder wem auch immer mit Duct-Tape abgedichtetet  worden war, das jetzt offensichtlich endgültig den  Geist aufgegeben hat. Werde ich morgen mal von außen näher inspizieren und das Loch ggf. mit Silikon füllen, sofern der Regen denn mal für eine Viertelstunde aufhört.

Bei der im Frühjahr eingebauten neuen Luke im Salondach tropft es seit heute morgen ebenfalls alle 5 Sekunden an einer der Schrauben runter, sobald es länger als 3 Stunden am Stück regnet, da waren sie wohl ein wenig zu sparsam mit dem Sikaflex.

Habe heute morgen, als ich das bemerkte, eine meiner Cornflakes-Schüsseln druntergestellt, die inzwischen halb vollgetropft ist 🙁

Zu allem Überfluß hatte auch noch irgendwer unbemerkt das Duct-Tape von den ganzen Schraubenlöchern der Genuaschienen auf den Achterdecks abgezogen, mutmaßlich mein spezieller Freund, der Storch, als er die Abklebefolie um die Luken entfernt hat. Ist mir blöderweise erst heute aufgefallen, als ich meinen Batteriekasten weiterbauen wollte und feststellen mußte, daß die Achterkabinen triefnaß waren. Grrrr….

Meine Salignaleisten liegt seit drei Tagen unangetastet immer noch im Auto, weil rings um das Boot eine Seenplatte entstanden ist, und ich beim besten Willen keine Lust habe, bei dem Wetter mit dem 230V-Frästisch unterm Boot im Wasser zu stehen und Nuten in die Leisten zu fräsen. Somit sind natürlich auch die Seitenverkleidungen noch genau so wenig angebracht, wie letzte Woche.

das Positivum dieses ansonsten ziemlich gebrauchten Tages war, daß Eric heute morgen mit einem Heizlüfter angeschleppt kam, und den voll aufgedreht im Bad aufstellte, da er Brads Anweisung gestern wohl falsch verstanden und nicht nur zum laminieren von unten vorbereitet, sondern auch direkt laminiert hatte. Bei max. 17°C war das natürlich über Nacht nicht ausgehärtet. Nach ein paar Stunden hatte ich so wenigstens angenehme 22° im Boot und konnte die lange Hose und die Fleecejacke wieder ausziehen.

In Ermangelung irgendwelcher sinnvoll durchzuführender ernsthafter Tätigkeiten beschäftige ich mich somit überwiegend mit Möckelkram, wie z.B. vorgestern dem letzten noch vorhandenen 12V-Lüfter, der bis dato funktionslos in der Backbord-Vorderkabine hing. Nach dem Zerlegen, Reinigen und neu Verdrahten tut er’s wieder und ich bin jetzt immerhin für die nächste Hitzewelle mit ohne Wind gewappnet. Der Teufel Boomster ist jetzt mit ans Radio angeschlossen, was den Klang im unteren Bereich schon mal drastisch verbessert hat. Beim neuen Batterieplatz habe ich umdisponiert, und werde die LiFeYPo-Kiste nicht mehr unter, sondern in den „Wandschrank“ neben die Steuerbord-Achterkoje bauen.

Das künftige Batteriefach

Da ist Platz genug, man kommt später auch mal ohne Kopfstand dran und unter der Koje bleibt ein riesiger Stauraum zur Verfügung, in dem dann nur noch Inverter und Ladegeräte untergebracht werden müssen. Also habe ich heute schon mal angefangen, das Fach von alter Farbe zu befreien, um dann morgen irgendwann zu grundieren. Außerdem habe ich noch meine neue Badezimmerleuchte auf ein Maß gekürzt, mit der sie nun auch tatsächlich an den Platz paßt, an den sie soll (die war leider vorher 3cm zu lang und hätte somit zu tief angebracht werden müssen).  Gleich, sobald die neue Luke drin und die Verhüllung entfernt ist…

Apropos Verhüllung: Da natürlich auch von unten wieder geschliffen werden muß, wollte Eric auf Brads Anweisung hin vorgestern kurz vor der Mittagspause damit anfangen,  meine Steuerbord-Kabine zuzutüten. Da ich wußte, wie erfolgreich das bei den Achterkabinen funktioniert hat, habe ich gesagt „ich mach das selbst“, ihn in die Pause geschickt, und in der Zeit zwei meiner Meranti-Leisten und ein paar Edelstahlschrauben geopfert, um eine annähernd staubdichte Tür zu basteln. Paßt, wackelt und hat Luft (aber nur wenig). Sein Gesicht im Anschluß war echt sehenswert 🙂

Die Reinraum-Tür 🙂

Was war sonst noch? Ach ja, irgendwann heute morgen waren dann nach gut einer Woche tatsächlich die von Andi noch übrig gelassenen 25L Wasser in den beiden Kanistern alle, worauf ich in einer Regenpause meinen Schlauch anschloß, um die beiden Kanister wieder aufzufüllen. Müßig zu erwähnen, daß irgendwann mittendrin beim Zudrehen natürlich das Gardena-Auslaßstück vom Schlauch abflog und ich erst mal die halbe Pantry unter Wasser gesetzt habe. War dann die Gelegenheit, die auch gleich mal durchzuwischen…

Wie war das noch? „Wenn Dir das Leben nur Zitronen gibt, mach Limonade draus!“ 🙂

ps: Nachdem jetzt mal eine halbe Stunde Ruhe war, gießt es seit eben schon wieder in Strömen und tropft so vor sich hin. Ich werde jetzt noch mal meine aufgestellten Schüsseln leermachen, und dann gehe ich einfach ins Bett. Blöder Tag …