Wohnen im Winterlager

Es wurde noch einmal etwas kühl, im Verlauf der Nacht. Bis zum Sonnenaufgang war die Temperatur im Boot auf frische 16° gesunken, aber zur Frühstückszeit war es sonnig, windstill, und ab dann auch wieder angenehm warm. Also wurde gegen Mittag der Spark ausgepackt, und eine Runde ums Boot geflogen, was uns die heutigen Bilder bescherte.

Hier kann man mal ganz gut erkennen, wie unser Landparkplatz aussieht: Thelxinoe steht, eingepfercht in einem Pulk anderer Boote, in dritter Reihe von der Zufahrt entfernt, aber somit immerhin fast direkt am Wasser, was zumindest vom Cockpit aus ein deutlich angenehmerer Anblick ist, als immer nur gegen eine fremde Bordwand zu sehen.

Der Sharan (unten rechts im Titelbild gerade noch zu sehen) ist ein paar Meter entfernt zwischen zwei anderen Booten geparkt, obwohl ich natürlich liebend gern den vor mir stehenden (deutlich größeren) Katamaran als Carport nutzen würde. Geht nur leider nicht, weil quer davor noch ein weiteres Boot steht. Somit müssen wir jedesmal, wenn es zum Einkaufen oder sonst wo hin geht, mit dem Auto durch die eng aufgepallten Boote zirkeln und dabei höllisch aufpassen, nicht eines der nur lose in den Sandboden gerammten Pallhölzer umzuraken, was vermutlich einen ziemlich unerwünschten Domino-Effekt auslösen dürfte. Irgendwie bezweifle ich, daß meine Autoversicherung für derartige Schäden aufkommen würde 🙂

Inzwischen ist zu spüren, daß die Saison hier bald wieder losgeht: Auf, an und unter fast jedem Boot wird gewerkelt, was das Zeug hält. Wenn man sich mal mit den teilweise an Bord befindlichen Eignern oder Skippern unterhält wird man gewahr, daß die meisten von ihnen bis Ende nächsten Monats wieder im Wasser sein wollen. Könnte also passieren, daß ich im Oktober dann ziemlich viel Platz um mich rum habe, bevor ich es auch irgendwann ins Wasser schaffe.

Die Chancen dafür sind heute immerhin schon mal gestiegen: Kurz nach Mittag kam Brad mit einem Engländer angestiefelt, den er mir als denjenigen vorstellte, der letztlich Thelxinoes Motor mit dem Boot vertüddeln soll. Das wird wohl ab nächste Woche nochmal ein wenig mehr Aufwand, da wir vermutlich neue Motorfundamente einlaminieren müssen und nun doch noch eine zusätzliche Adapterplatte zwischen Motor und Antrieb brauchen, da mit der von Morgan neulich besorgten Getriebeglocke allein das Verbindungsproblem Motor<-> Antrieb wohl nicht zu lösen sein wird.

Immerhin: Es kommt Bewegung in die Sache.

Eine Garage habe ich inzwischen wohl auch in Aussicht, da Brad mit einer der Firmen gesprochen hatte, mit der er und Morgan zusammenarbeiten. Die liegen mit der Arbeit an einem Projekt hier auf dem Gelände in den letzten Zügen und wollen ihre Garage bis zum Wochenende geräumt haben, so daß wir den restlichen Kram aus dem Sharan dann hoffentlich erstmal da einlagern können. Generator, Ankerwinch, Watermaker etc. möchte ich nun wirklich nicht auch noch im Boot aufbewahren müssen, solange Morgans Jungs sich in den Achterkabinen mit den neuen Luken beschäftigen.

Während ich mich heute lediglich damit befaßt habe, den Steuerbord-Wassertank zu entleeren, sauber zu machen und noch ein bischen Kleinkram für die Gebermontage zu besorgen, hat Andy mein mitgebrachtes Sonnensegel (das eigentlich später für einen ganz anderen Zweck gedacht war) erstmal in eine provisorische Cockpit-Persenning umfunktioniert, um uns in den nächsten Wochen vor der zu erwartenden sengenden afrikanischen Frühlingssonne zu bewahren, und danach noch eine provisorische Stellfläche für den Drucker/Scanner gefrickelt. Ist sicher keine Dauerlösung, muß aber für den Moment genügen, solange der Kahn noch an Land steht.

Und noch ein Positivum des heutigen Tages: Ich habe meine verschollen geglaubten Barbarossa-Winden zurück. War eine ziemlich merkwürdige Story, die ich aber vielleicht besser ein anderes Mal thematisiere. Jetzt sind sie jedenfalls wieder da, auch wenn die eine ziemlich gelitten hat und etwas mehr Zuwendung benötigt, bevor wieder eine brauchbare Funktion gegeben ist.