Lockdown, Tag 167

Life goes on, so to speak. Die aufgepeitschte Lage im „wer hat die schöneren Haare„-Scenario hat sich etwas beruhigt, nachdem es eine öffentliche Entschuldigung der Konzernleitung gab und sämtliche Produkte des betreffenden Herstellers aus den Regalen genommen wurden, niemand wurde gelyncht, soweit bekannt, und mit ein bischen Glück, kann ich meine Tabletten doch noch da kaufen.

In der Zwischenzeit ist ein Streit in der Politik darüber entbrannt, ob man es noch als „gemäßigten Aufruf zum Protest“ werten kann, wenn ein Parteichef seine Anhänger mit dem Schlachtruf „Clicks must fall!“ zur landesweiten Blockade und Besetzung von 1400 Drogerien auffordert. Im Zuge dieser Aktion wurden nämlich diverse davon demoliert, und zwei durch Molotow-Cocktails abgefackelt. Eine ernstzunehmende Distanzierung dazu, gab es vom aufrufenden EFF-Vorsitzenden Julius Malema allerdings nicht. Ein haariges Thema, sozusagen.

Von einer anderen Front gibt es auch seltsames zu berichten: Meine bestellte neue 160GB-Simkarte war ja nach einigem Hin und Her doch noch eingetrudelt, einen halben Tag, nachdem ich noch einmal 20GB bei Vodacom eingekauft hatte. Diese haben, neuer Rekord, diesmal gerade drei Tage gereicht, nachdem ich mich hinreißen lassen hatte, das Update vom Magix Music Maker zum Download freizugeben, und das Ding dann drei Anläufe gebraucht hat, bis alles wieder lief und auf dem aktuellen Stand war. Danach waren 18.5 von den 20 weg und von den neuen 160GB auch gleich 168-O.   Für ein doofes Musikprogramm! Rückblickend betrachtet, kam ich in den ersten zehn Jahren meiner Selbständigkeit mit deutlich weniger als einem Zehntausendstel dieser Größenordnung aus, um ein ganzes Autohaus zu verwalten. Meine Fresse noch eins …

Und meine Handies und iPads harren derweil immer noch auf ihre Freigaben zum Download der fälligen Updates. :roll:

Nachdem ich bis dahin gekommen war, habe ich die Vodacom Sim mit einem, bis zum Monatsende gültigen, Restguthaben von 1.47GB  aus dem Router genommen, die Telkom-Sim eingesetzt, und wider Erwarten lief das innerhalb von zwei Minuten ohne jedes Problem und ohne irgendwelche Zugangsdaten ändern zu müssen. Ich war ganz verblüfft 🙂

Heute morgen habe ich dann spaßeshalber mal online nachgesehen, wie mein aktuelles Restguthaben auf der Vodacom-Sim aussieht: in der Woche, in sie hier jetzt untätig auf dem Tisch lag und überhaupt nicht eingebucht war, ist das Guthaben um gut 500MB geschrumpft. Hm … Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Gestern, kurz vor Mittag, kamen Jaques und einer seiner Hiwis angestiefelt. Unterm Arm meinen überarbeiteten Furler. Er hat das Teil nicht nur neu gelagert, sondern auch gleich noch den Edelstahlbügel ersetzt, der den Furler unten „festhält“, und vorher schon ganz schön gebraucht aussah. Nach einigem hin und her, war das alles wieder fest vernietet und verschraubt, und funktionierte, als wäre nie was gewesen. Immerhin. Mittlerweile könnte ich schon zwei meiner drei Segel benutzen, wenn ich denn hier weg könnte, und die Genua muß ich eigentlich nur noch aufziehen und die Schoten einfädeln, die hier seit einem Jahr rumliegen.  🙂

Eigentlich wollten wir nun heute (endlich) mit den restlichen Mast-Arbeiten fertigwerden, aber wie es immer so geht: Als ich gegen acht nach draußen sah, fing es gerade an zu regnen, und bis um elf hatte der Wind auf Süd gedreht und auf 20kts aufgefrischt. Inzwischen hoppelt der Kahn auf den Stuckerwellen wieder fröhlich am Steg rum. Also wohl eher kein Wetter, um irgendwen in den Mast hochzuschicken. Hätte ja auch mal klappen können…

Auch meine neue Batterie ist da: Am Montag morgen, kaum zwei Arbeitstage nach Bestellung, stand der Courier auf dem Platz und überreichte mir das Ding. So rein von den Abmessungen her zwar deutlich klobiger als die alte, ist sie trotzdem mit 23.5Kg noch 3Kg leichter als diese. So bin ich nun derzeit dabei, sie in ihrer neuen Behausung nahe der Ankerwinch zu installieren. Ich hoffe, John kommt bald mal mit meinem Ersatz-Batteriemonitor aus dem Quark, der da wieder mit ran soll.

Nachdem ich die letzten drei Tage nur Suppe gegessen hatte, lautete die Aufgabe der heutigen Lunch-Preparation:

Wir bauen uns einen Beef-Shawarma

Shawarmas stammen eigentlich irgendwo aus dem arabischen Raum und sind im Grunde genommen genau das, was in Deutschland als Döner/Pita verkauft wird. Üblicherweise mit dünn geschnittenem und auf einem Vertikalgrill lange geröstetem Fleisch, bevorzugt Lamm oder Huhn, hatte ich weder einen Vertikalgrill, noch Lamm zur Hand, noch Tage Zeit, um  das zu rösten. Und Huhn gab es in löffelbarer Form schon die letzten drei Tage.

Aber Pitas waren noch in der Gefrierbox, das hatte ich gesehen. Genauso, wie die zweite Hälfte des noch mit Shaheda vor dreieinhalb Wochen eingekauften Beef-Filets. Also habe ich nach dem Frühstück beides rausgenommen um es auftauen zu lassen, und bin gegen 13h00, da mit Jaques heute wegen des Windes eh nicht mehr zu rechnen war, zum PnP gefahren, um ein bischen Salat einzukaufen und meine Tabletten bei Clicks abzuholen.

Das erledigt, waren nach meiner Rückkehr zum Boot auch Fleisch und Pitas aufgetaut, und es konnte losgehen. Eines der beiden Salatherzen in Streifen geschnitten,  eine Zwiebel und eine halbe Paprika zerstückelt, und das Fleisch, Roastbeef-dünn in Scheiben gesägt, für eine Viertelstunde in eine Marinade aus Soyasauce, Senf, Balsamico und Honig gelegt.

Mangels Vertikalgrill kam das Fleisch zusammen mit der Hälfte der Zwiebel in die Pfanne, um in Butter gebraten zu werden, und als es so halb fertig da rumbrutzelte und ich gerade die Pitas anschneiden und  in den kleinen Ofen werfen wollte, erlebte ich einen Rückschlag:

Das waren gar nicht zwei Pitas, sondern nur eineinhalb. Und die noch komplette ließ sich nichtmal vernünftig schneiden, sondern bröselte auseinander. Keine Ahnung, ob die zu lange eingefroren waren, nicht richtig aufgetaut oder schlicht zu alt, jedenfalls mußte ich umdisponieren.

Und so gab es die angeröstete Pita einfach als Untergrund, der Salat wurde, anstatt in einer Pita zu landen, ganz normal mit Balsamico und Olivenöl angemacht, und die restlichen Zwiebelfragmente und Paprika noch mit in die Pfanne gesteckt.

 Während das so vor sich hinköchelte, bastelte ich in der Zwischenzeit aus ein wenig Ketchup, Vollkornsenf, Soyasauce, und diversen Gewürzen eine recht fruchtige Sauce. Kurz aufgekocht, das Ganze mit etwas mildem Curry bestreut: paßt scho‘.

Mutmaßlich nicht ganz „Shawarma-gerecht“, aber trotzdem passend. Wie auch immer, die Haptik des Ganzen war eher ein Fehlschlag, und ich mußte mein Fingerfood mit Messer und Gabel essen, aber der Geschmack war top. Und pappsatt geworden bin ich auch 🙂

Pseudo-Shawarma

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