abgehakt

Eigentlich hätte ich heute auch genau so gut an der Luke im Bad weiterbasteln können. Das Wetter war nett, 25°, kaum Luftfeuchtigkeit, wenig Wind… aber: Mir war danach, mal irgendwas anzufangen, was am Ende des Tages dann tatsächlich in einen richtigen [ERLEDIGT]Haken auf meiner To-Do-Liste resultieren würde. Diese ganzen angefangenen Dauerbaustellen in Rotation machen einen denn doch etwas mürbe im Laufe der Zeit. Und sieh an: Da war noch eine Luke einzubauen…

Wie schon mal erwähnt, hatte ich 6 von diesen Dingern als Ersatz für die ursprünglich verbauten Plastikluken gekauft. Vier davon sitzen an Stellen, die mehr als 2-3mm „Biegung“ in der Decks-Oberfläche haben, also einen Zwischenflansch benötigen, damit die Luke „gerade“ eingebaut und auch dicht werden kann. Die beiden anderen sind die über’m Bad, die jedoch aus anderen Gründen auf einen Flansch gesetzt wurde und die über der Pantry. Also schnappte ich mir einen Flansch (nur zum anzeichnen des Ausschnitts), Stift, Schraubendreher und mein derzeitiges Lieblingswerkzeug und stieg auf’s Dach.

10:03 Da soll die neue hin.

Da ich nicht die Absicht hatte, die gesamte Pantry vorher leer zu räumen oder Eric-mäßig mit Folie abzutapen, hatte ich einen großen schwarzen Müllbeutel mit Duct-Tape und Malerkrepp unter die Decke geklebt, um den ganzen Staub aufzufangen. Hat soweit funktioniert, auch wenn natürlich später doch noch das ein oder andere Staubkorn in der Küche landete. Die alte Luke entfernen, war einfach. Wie schon an diversen anderen Stellen hier mokiert, wurde die gesamte (alte) Luke von diesen vier ins Deck gespaxten 5mm-Schräubchen gehalten.

10:06 Hat ((irgendwie) ja 25 Jahre lang funktioniert und war zumindest während der Zeit an Land auch dicht.

Nun konnte ich nochmal testen, ob der Flansch wirklich platt auflag (tat er) und den neuen Ausschnitt anzeichnen.

10:09 Neuer Lukenausschnitt anhand des aufgelegten Flansches angezeichnet

Die geraden Schnitte wurden mit der kleinen Akkuflex ausgeführt, für die Ecken mußte dann allerdings doch die Stichsäge herhalten.

10:12 Gerade Schnitte geflext
10:20 Step 1 complete

Nun konnte die neue Luke aufgelegt werden, Ungenauigkeiten nachgearbeitet und das ganze Ding einigermaßen auf „Passung“ gearbeitet. Da ich leider auf der falschen Seite meines Filzstift-Striches entlangeflext hatte, mußte ich noch ca. 2mm nacharbeiten, bis  die Luke anständig in die Öffnung flutschte.

11:35 Passt!

Noch ein wenig Oberflächenkosmetik betrieben, Kanten versiegelt, Löcher gebohrt, und die Luke war bereit zum Einsetzen mit Sikaflex.

12:15 Letzter Paßtest nach dem Bohren der Löcher
12:48 Eingesetzt mit Sikaflex 521UV und verschraubt.

Um 13h10, ziemlich genau nach drei Stunden, war das Klebeband entfernt, die Schrauben nochmal nachgezogen, das überschüssige Sikaflex abgewischt, mein zweiter Mokka des Tages lief durch und ich hätte eigentlich wirklich dringend eine Zigarette haben wollen, wenn ich denn welche gehabt hätte. Scheiß gute Vorsätze …

13:10 Fertig

Ursprünglich wollte ich die Pantry-Luke genau so quer zur Fahrtrichtung einsetzen, wie auch die im Bad. Das hätte allerdings zur Folge gehabt, daß ich eben doch einen Flansch einbauen muß, denn in Längsrichtung sind es auf die Länge etwas mehr als 3mm Wölbung. Außerdem ist es sicher eine gute Idee, wenn vor Anker liegend über diese Luke der Bereich um den Herd „entlüftet“ wird. Insofern, alles gut. Auf der Innenseite war über der Pantry, im Gegensatz zum Bad, der „Core“ im Deck entsprechend des alten Lukenausschnittes abgestuft. Selbst das sieht jetzt fast so aus, als sei es für die neue Luke gemacht. Sobald da mal irgendwann  Dämmung drunter gesetzt wird, spielt das zwar keine Rolle mehr, aber derzeit paßt es halt einfach. (Ja, hier stehen tatsächlich an den „flachen“ Bereichen die Schrauben um 7-8mm vor, da das Deck ohne den Core halt nur 10mm stark ist. Pfusch! Da diese Schrauben aber in 2.10m überm Boden sitzen, macht mir das momentan nix. 🙂 )

13:10 Zeit für ’nen Kaffee

Tja. So einfach hätte es sein können, wenn Morgan zur Abwechslung mal tatsächlich das bestellt hätte, was ich haben wollte anstatt das, was er für richtig hielt. Daß diese eine Luke wohl auch ohne Zwischenflansch dicht wird, ist halt Glück. Für die beiden noch ausstehenden in den Vorderkabinen werde ich um den Flansch allerdings wohl nicht rumkommen. Dafür ist dort das Deck schlicht zu stark gekrümmt.

Nachtrag vom Sonntag:

Und weil das so lustig war, habe ich heute auch gleich noch die kleine Edelstahl-Luke über der Navi-Ecke eingebaut. Die stand zwar   auf der virtuellen To-Do-Liste eigentlich erst irgendwo auf Position 76 oder so und auf der Tafel noch gar nicht, aber wo ich nun einmal dabei war…

Aus unerfindlichen Gründen zeigten meine Handy-Uhren alle 4:47 an, als ich heute das erste Mal draufsah. Die Sonne ging gerade auf, für’s Frühstück war es noch etwas früh und außerdem „war das Brot aus“, also zog ich eine Ciabatta-Backmischung aus dem Voratsschapp, warf den Back-o-Maten an, ließ Marianne vor die Tür und konnte kurz nach 8h mit dampfend frischem Ciabatta, Rührei und gebratenen Russians im Cockpit frühstücken. Landsegler’s Sonntagsidyll 🙂

Da mir leider erst mittendrin auffiel, daß ich ein Päckchen passende Schrauben zuwenig hattte, wurde diese Luke jetzt erstmal nur mit Moosgummiband statt Sikaflex und mit zu kleinen Schrauben eingesetzt. Gegen  Regen wird das wohl auch genügen…

Um 11h war ich mit der Luke fertig, und nachdem es zwar angenehm warm war, aber doch auch ein klein wenig windig, entschloss ich mich, den Rest des Tages mit irgendwas völlig sinnfreiem zu verplempern und widmete mich der Lektüre der ersten beiden „Dragon“-Bände, die ich bei der Erstausgabe 1973 als Einzige irgendwie verpaßt, und  durch einen doofen Zufall vor ein paar Jahren billigst bei Ebay gefunden, aber nie gelesen hatte.

Der Erkenntnisgewinn hieraus hielt sich, zugegeben, in engen Grenzen. So im Nachhinein betrachtet, war das mit 13 Jahren eine deutlich spannendere Lektüre als mit 58 🙂

Sodele. Es ist 17h30, immer noch hell bei knapp 29°, meine Eiswürfelmaschine meldet „Schale voll“ und ich werde mich jetzt mit einem Gin-Tonic ins Cockpit setzen und ganz entspannt dem Sonnenuntergang zusehen. Ommmmm …..