Badeplattformbau, Tag 1

Nun ist es tatsächlich passiert: Nach 11 Monaten Nutzung war meine vor vier Jahren von Kirsten „geerbte“ 9Kg-Gasflasche gestern Abend tatsächlich am Ende und hat damit dramatisch länger gehalten, als je erwartet. Angesichts dieses Umstands habe ich mich heute entschieden, nicht beide neuen Gasflaschen in die Badeplattform einzulassen, sondern lediglich eine davon. Die andere wird halt derweil im Ankerkasten verstaut, bis sie mal gebraucht wird. Sind ja Compositflaschen, da rostet nix.

Kurz vor Acht kamen, dick bejackt und bewollmützt (es waren 11.4° C heute vor Sonnenaufgang), Hein und Johan an, um heute mit der Badeplattform zu beginnen. Vor Mittag war die alte Plattform abgeschraubt, meine liebgewonnene „Hühnerstiege“ lag platt auf dem Boden, und wenn ich derzeit das Boot verlassen will, muß ich über eine seitlich angelehnte Leiter auf- und absteigen, so wie alle anderen auch, die hier auf ihren Booten rumturnen. Welch herber Verlust an Bequemlichkeit…

Plattform- und Treppenlos

Im Lauf des Nachmittags nahm das neue Gebilde dann so allmählich Form an: Die ersten Rohre wurden passend abgelängt und bekamen angebratene Flacheisen, um sie anschrauben zu können, erste Rohrbögen wurden angebraten und nachdem wir das anfängliche Resultat mit den „Längsträgern“ begutachtet und für deutlich zu lang befunden hatten, wurden die seitlichen Rohre noch mal um 15 Zentimeter gekürzt.

Das ist jetzt doch ein klein wenig ZU lang.

Eigentlich hatte ich gesagt, ich wollte den hinteren Abschluß der Badeplattform auf Höhe der Oberkante des neulich gepinselten Zierstreifens über dem Wasserpass haben. Im ersten Versuch hatte das hintere Rohr allerdings sogar noch deutlich über den Bootsumriß hinausgeragt. Das mag zwar bei Monohulls der Normalfall sein, erschien mir aber doch etwas übertrieben und ist, falls ich jemals irgendwo rückwärts an einer Kaimauer einparken müßte, eine eher doofe Sache. Also kürzen.

Mit dem Messen haben sie es hier alle nicht so wirklich: Hein hatte auf meine Frage hin behauptet, die Gesamtlänge der neuen Badeplattform sei 1.30m. Daß das eher nicht hinkam, konnte ich  von oben auch ohne Zollstock erkennen. Nachdem er dann 15cm abgesägt und nochmal gemessen hatte, waren es nur noch 1.40m 🙂

Auf jeden Fall ist das mal eine Badeplattform, die ihren Namen auch verdient, wenn sie fertig ist. Da ist nötigenfalls auch Platz für mindestens 2 Liegestühle und einen Beistelltisch für die Cocktails … :ws:

im Gegensatz zur alten Plattform, die nebst der beiden Abstützungen aus 30er Rohr und 1.5mm Edelstahlwinkeln bestand, wirkt das neue Konstrukt schon rein optisch bedeutend tragfähiger. 50mm Edelstahlrohr und 3mm Flachstahl sollten wohl  auch  für hinreichende Stabilität sorgen. Da dort anschließend nicht wieder massive  Teakbohlen draufkommen, sondern nur eine GFK-Platte mit Honeycomb- oder Nidacore-Kern und ein paar weiteren Streben unten drunter, sollte sich das vom Gewicht her eigentlich ungefähr die Waage halten.

Stand der Dinge heute Nachmittag bei Feierabend:

Alles auch wieder erstmal nur geheftet und locker verschraubt. Fertig geschweißt wird morgen.

Simon war heute erst gegen 9h aufgeschlagen. Befragt, wo er wohl gestern war hieß es: „Familiäre Probleme“. Aha. Das mit dem Bescheidsagen bei Nichterscheinen ist definitiv noch verbesserungsfähig. Dafür durfte er sich heute den ganzen Tag über mit Lappen und Politurpaste rund ums Boot an den Relingstützen und sonstigen VA-Teilen beschäftigen. So allmählich kommt tatsächlich sowas wie Glanz auf diesen alten Kahn. Schätze, ich werde ihn das Ding gelegentlich nochmal abkärchern lassen. :mrgreen:

Ich habe derweil heute mal den Sharan zerlegt. Zumindest meine provisorische „Bettstatt“ ist jetzt raus. Da es hierzulande ja scheinbar kein brauchbares Sperrholz gibt, war das die beste Gelegenheit, an  AW100-verleimtes Holz für die restlichen noch benötigten Stücke zu kommen. Campingtouren im Sharan fallen künftig also aus, wenn ich nicht auf dem Boden schlafen will.

Aus dem ersten Stück Bettbrett habe ich heute erstmal einen Deckel für die seit dem Boilereinbau in der Steuerbord-Achterkoje klaffende Öffnung gebaut. Die mußte ich ja nach dem Boilerkauf noch ein zweites Mal erweitern, womit der ursprüngliche Deckel nun überhaupt nicht mehr zu gebrauchen war. Das Loch ging mir jetzt seit einem halben Jahr auf den Keks, nu is wieder dicht und die Turnerei hat ein Ende, wenn ich demnächst die ganzen neuen Kabel von Solarpanel und Windgeneratoren vom Geräteträger durch die Kabine zur Batterie ziehen muß.

Im x-ten Anlauf habe ich heute gegen 16h30 tatsächlich die letzte Woche im Shop bestellten Kabelschuhe erhalten. Dann kann es morgen ja weitergehen mit der Ankerwindenverdrahterei, und als nächstes wird dann mal die Ankerkette, die immer noch im Sharan liegt, an Bord gewinscht.