Durchblicke Teil 1

Bodenwerder, 06.09.2015

Nachdem ich Anfang Juli nach einer Woche des Fotografierens und Ausmessens an Bord  wieder zu Hause in Deutschland eingetrudelt war, hatte mich der Büro-Alltag prompt innerhalb kürzester Zeit wieder fest im Griff. Ich hatte mir allerdings, um die Zeit der Abwesenheit vom Boot nutzen zu können. ein bischen „Arbeit mit nach Hause genommen“, u.a. eine der sechs Lewmar Portlight-Luken, die nach über zwanzig Jahren inzwischen durch Spannungsrisse alle einigermaßen blind geworden waren.

die alten Lewmar-Luken
die alten Lewmar-Luken

Ursprünglich hatte ich vor, die in Deutschland lasern zu lassen, und mir erstmal ein CAD-Programm runtergeladen, um eine einigermaßen präsentable Vorlage zu erstellen.

Aber natürlich hatte die auserkorene Fa. am Vortag meines Bestellversuchs gerade ihren vierwöchigen Betriebsurlaub angetreten und sah sich außerstande, meine Anfrage zeitnah zu bearbeiten. Also: auf zu Plan B, 8 Rohzuschnitte in 8mm Acrylglas bestellt, die Oberfräse angeworfen und selbst Hand angelegt 🙂

Acrylglas 8mm PMMA
Acrylglas 8mm PMMA
mit dem Kopierfräser direkt nach Muster gefräst
mit dem Kopierfräser direkt nach Muster gefräst
Neue gefräste Luke
Feddich! Die erste neu gefräste Luke

Abgesehen davon, daß diese Aktion sicher nennenswert günstiger kam als sie einfach lasern zu lassen, hat es richtig Spaß gemacht, auch mal wieder was handwerkliches zu gestalten.

Da mich Dylan in der Zwischenzeit mit einem eingeholten Angebot über die Erneuerung sämtlicher blind gewordener Front- und Seitenfenster geschockt hatte (die angefragte südafrikanische Firma war der Meinung, entgegen den eigentlich angefragten Scheiben in 6 (wie vom Werk verbaut) oder alternativ in 8mm Lexan D solche in 9.5mm Lexan Margard anzubieten, was die Gesamtsumme incl. Montage ‚mal eben‘ auf schlappe 75’000ZAR [=5.300,-€ Euro} gepushed hätte8-O), werde ich die dann wohl eher auch selbst anfertigen und einbauen. Für die Differenz kann ich auch meinen 1.O. Andy mitnehmen, ihm drei Wochen „Urlaub“ in Südafrika spendieren und das Problem in der Zeit mit ihm zusammen angehen :mrgreen:.

Noch ein Wort zur Materialstärke: Der bereits erwähnte Jeurp, der mit seiner Goody vor ein paar Jahren einmal rundum gesegelt ist, erzählte auf Nachfrage, er habe sich hinter seinen serienmäßigen 6mm-Scheiben nie unsicher oder unwohl gefühlt. Insofern schätze ich, 8mm sollten für die Sicherheit wohl ausreichen. Sollte ich auf See jemals in die Lage kommen, daß das Wasser die Seitenscheiben einzudrücken droht, habe ich vermutlich schon vorher ganz andere Probleme als unzureichende Materialstärke der Fenster…

Seitenscheiben. Ebenfalls alle blind ...
Seitenscheiben. Ebenfalls alle blind …
Decksluk defekt
Decksluk defekt

Auch die Decksluken sind nicht mehr wirklich toll, mal ganz abgesehen davon, daß sie mit Acrylglas-Scheiben von gerade mal 4.5mm gebaut und mit außen liegenden Scharnieren aufs Deck geschraubt wurden. Wer immer das konstruiert hat, ist offensichtlich weder davon ausgegangen daß das Boot jemals in schweres Wetter auf See kommen könnte, noch hat er einen zweiten Gedanken an die Einbruchssicherheit verschwendet. Das bedarf dann wohl auch ein wenig der Überarbeitung.

to be continued …