Ein (fast) freier Sonntag

Nu aber: Nachdem das ja gestern nicht so recht geklappt hatte mit meinem freien Tag, habe ich den einfach heute nachgeholt. Zumindest für den Teil so ab 9h, als ich mit dem Besanden des restlichen Decks fertig war 🙂

Da ich im Lauf der Woche festgestellt hatte, daß es in Anbetracht der für die Tätigkeit aufgewandten Sorgfalt wohl sinnvoller ist, wenn ich Harz und Sand doch lieber selbst auf mein Deck verteile, habe ich anstatt direkt erstmal duschen zu gehen, als ich gegen 5h30 in die aufgehende Sonne blinzelte und kein Windhauch zu spüren war, lieber ein wenig Harz angerührt, das Deck in dem zu bearbeitenden Bereich abgefegt und anschließend mit Aceton abgerieben, noch ein paar Begrenzungs-Klebestreifen erneuert und dann angefangen, das Harz aufzubringen. Beim letzten Versuch hatte ich dem Harz cremefarbene Pigmente beigemischt, schlicht deshalb, weil man bei transparentem Harz ansonsten nur schlecht sehen kann, wo nun schon gerollt ist oder noch nicht. Das hat zwar ein wenig geholfen, so richtig doll war das aber nicht, also habe ich die cremefarbenen heute durch schwarze Pigmente ersetzt, und das hat die Sache ganz deutlich verbessert.

Man kann anhand der Oberflächenfarbe eindeutig auf Anhieb erkennen, wo zuviel oder zuwenig Harz hingelangt ist, und das entsprechend nacharbeiten. Da ich eine (Sand-) Schichtstärke von ca.. einem (1) Korn Dicke für eine gleichmäßige Oberfläche haben wollte, war entsprechend „dünnes“ Auftragen des Harzes gefragt. Mit den Pigmenten klappt das hervorragend, weil man sofort sieht, wo es zu dick wird. Simon hatte das auf dem Salondeck teilweise wirklich arg übertrieben und diverse Fehlstellen verschlimmbessert. „Ich kann das, hab das schon gemacht!„. Jau, und patscht mit einem harzgetränkten Pinsel auf Stellen rum, auf denen wohl vorher keins hingekommen war. Dummerweise erst, nachdem da schon Sand lag, der natürlich dann verklumpte…

Auf der North Star hatten sie das Harz neulich auch mit dem Witschequast aufgebracht und dann „Sand“ (oder schon fast Kies) draufgeworfen, der von der Körnung her sicher 5 Grade über meinem lag, obwohl Stephen behauptet hatte, das sei „medium“. Entsprechend fasste sich das Ergebnis hinterher auch an. Wer sich da jemals auf der Badeplattform langmacht kann echt nur hoffen, daß er gerade eine lange, stabile Hose anhat, ansonsten ist die Pelle ab 🙂 Das wollte ich auf meinem Deck eigentlich vermeiden und habe deswegen Sand der Stufe „Extrafein“ genommen.

Letztlich führte diese „Dünnschichtrollerei“ allerdings auch dazu, daß ich nur die Hälfte von meinem angemixten Harz verwenden, und den Rest wegkippen mußte.  (Wenn man einen viertel Liter angemixtes Harz in ein Glas verklappt, kann man übrigens 15 Minuten später wunderbar feststellen, daß das Aushärten in der Tat eine exothermische Reaktion hervorruft. Hab mir allen Ernstes die Hand verbrannt, als ich das Glas aufnehmen und wegstellen wollte…)

Ich hatte zwar leichte Bedenken, daß mein Harz an Deck anziehen würde, bevor ich mit dem Besanden hinterherkam, das erwies sich allerdings als unbegründet. Obwohl ich beide Seitendecks und das Achterdeck in einem Durchgang beharzt hatte, bevor Sandeimer und Teesieb ins Spiel kamen, und mir in der Zwischenzeit aufgrund der Außentemperatur schon wieder mächtig das Wasser am ArsRücken runter lief, war ich wohl schnell genug, um den Sand auf das gerade so eben anziehende Harz aufzubringen. Wär doch echt toll, wenn alles andere auch mal einfach so funktionieren würde, wie man sich das gedacht hat.

Das sieht selbst ohne Farbe nach dem Abfegen schon fast gut aus.

Naja, wie gesagt: Das alles fand vor 9h statt. Nachdem ich dann erstmal ausgiebig gefrühstückt hatte, habe ich den Rest des Tages mehr oder weniger im Schatten des Sonnensegels im Cockpit verbracht und mich gefreut, daß das alles so gut geklappt hatte, bin dann doch noch irgendwann duschen gegangen (Eigentlich völlig sinnlos, das vor Sonnenuntergang zu tun. Innerhalb von Minuten ist man wieder genauso durchgeschwitzt wie vorher, nur vom Weg von der Dusche zurück zum Boot) und habe dem Treiben im Hafen zugesehen, während die Eiswürfelmaschine den ganzen Tag auf Hochtouren lief, um für kühle Getränke zu sorgen.

Ganz kurz hatte ich drüber nachgedacht, das Dinghy unter der Barge nebenan hervorzuziehen und ein wenig im Hafen rum zu dümpeln, aber selbst die Kids mit ihren Optis und die Jollensegler kamen mangels Wind nicht wirklich voran, also habe ich mir das gespart. Außerdem muß ich das Dinghy  erstmal abkärchern, bevor ich mich da wieder reinsetzen kann. Das liegt jetzt seit zweieinhalb Monaten unter dem Stahlkahn nebenan und ist inzwischen schwarz von dem allgegenwärtigen Kohlenstaub. :-/

Alles in Allem, war das jedenfalls heute ein sehr entspannter, wenn auch wenig feierlicher 3. Advent 🙂