Intermezzo furioso

Eineinhalb Wochen ohne neuen Beitrag… Was ist passiert?

Ich brauchte mal ’ne Woche Auszeit  von all dem Chaos und all den Chaoten hier, es galt, diverse kurzfristig anberaumte Termine „back home“ zu absolvieren und so bin ich einigermaßen spontan vorletzten Dienstag Nachmittag für einen Kurztrip nach Deutschland geflogen. Seit einer Stunde bin ich nun wieder zurück auf dem Boot.

Dieses Mal war ich nicht mit British Airways geflogen, wie sonst meistens, sondern der kürzeren Gesamt-Flugdauer wegen mit Emirates. Jeweils Dreieinhalb Stunden Aufenthalt in Dubai statt sieben in London, Mittwoch Mittag in Frankfurt gelandet und dann noch ICE fahren bis Kassel, wo mich Andi dankenswerter Weise abgeholt hat. Zurück nach Frankfurt haben mich dann Donnerstag Nachmittag Babsi und Gerald gebracht. Und kaum dreißig Stunden später war ich schon wieder „zu Hause“.

(Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, daß mir die Fliegerei inzwischen ganz furchtbar auf den… ok, ja, hatte ich wohl irgendwann schon) 🙂

Interessant war diesmal, ob mein Auto wohl wie geplant am Flughafen sein würde, wenn ich es wieder brauchte. Es hat zwar einen zusätzlichen Anruf gebraucht, aber dafür hatte ich es mit zehn Minuten Verspätung so sauber zurück, wie schon seit fast drei Jahren nicht mehr. Parkservice am Flughafen kostet für die 10 Tage knapp 30,-€ inklusive abholen und bringen zur Dropzone direkt am Eingang, bewachtes „Schattenparken“ und sogar mit Waschen und Aussaugen. Dafür kann man sein Auto in Frankfurt gerade mal ein paar Stunden hinstellen, und gewaschen wird es in der Zeit dann ganz sicher nicht …

Eineinhalb Stunden später war ich wieder in Richards Bay, bin vor dem Weg zum Club noch eben bei PnP eingekehrt, um ein bischen Brot und Aufschnitt für’s morgige Frühstück einzukaufen und kaum hatte ich alles im Einkaufswagen liegen, als es „Zapp“ machte, und ganz Richards Bay im Dunkeln lag. Keine Ahnung, ob das nun Loadshedding oder ein schlichter Stromausfall ist, auf jeden Fall ist es jetzt zappenduster und überall stromlos. Dafür sind im Boot immer noch um die 27 Grad.

Egal. Ich war ein paar Tage in Bodenwerder, habe alle meine Termine hinter mich gebracht, und dann den (kompletten) Inhalt des Dauer-Paketes auf mein wieder mitzunehmendes Fluggepäck verteilt. Zumindest rein platzmäßig ging das besser, als ich befürchtet hatte. Und auch gewichtsmäßig kam ich mit knapp 50Kg dieses Mal lange nicht an die Werte, die ich die letzten Flüge immer mitgeschleift habe.

Mitgebracht hatte ich unter anderem meinen Bord-PC, der das letzte halbe Jahr stromlos und untätig auf dem Boot im Schapp verbracht hatte und sich dann im heimatlichen Netzwerk diverse Gigabytes an Updates gezogen hat. Auf dem habe ich jetzt die WordPress-App installiert und teste gerade, ob und wie das

mit der Bloggerei auch offline funktioniert. Die Wahrscheinlichkeit, später irgendwo mitten auf dem Ozean so ganz ohne Internet rumzudümpeln, ist ja doch einigermaßen hoch, und da der „normale“ WordPress-Editor halt eine reine Online-Sache ist, würde das dann etwas schwierig mit der Schreiberei. Also: Scheint zu klappen.

Wettertechnisch gesehen, war das eine nette Woche: Es war für Mitte Oktober angenehm temperiert, hat abgesehen vom Tag meiner Ankunft kaum geregnet, ich bin mitten im „Indian Summer“ des Weserberglands gelandet und wenn mein Mopped nicht dummerweise abgemeldet im Ausstellungsraum rumstehen würde, hätte ich prima noch eine Motorrad-Tour durch die Umgegend mit einschieben können. Aber nun ja, irgendwas ist ja immer.

Wenn man erstmal eine Weile in einem Land gelebt hat, in dem es außer Eukalyptus-Plantagen eigentlich keinen nennenswerten Wald gibt, sieht man die heimatliche Gegend übrigens doch mit deutlich anderen Augen, als wenn man jeden Tag dran vorbei läuft. Klimawandel und Borkenkäfer hin oder her: Noch ist der Wald da, und es ist einfach eine geile Gegend, auch und gerade jetzt im Herbst. Ich hoffe, das bleibt auch so.

Der Rückflug war problemloser, als gedacht. Ich hatte ein paar Tage vorher bei Emirates angerufen und angekündigt, daß ich meine Rettungswesten mit im Gepäck haben würde, und das Mädel am Telefon hatte immerhin eine Notiz an meine Buchung gepinnt, so daß die Leute am Checkin-Schalter zumindest theoretisch informiert waren. Daß sie dann trotzdem extra nochmal in Dubai anrufen mußten, um sich doch noch eine Freigabe zu holen, geschenkt. Ich hatte immerhin die betreffende Seite aus den IATA Transportbedingungen ausgedruckt und dabei, und da steht klar drin, daß man „pro Person eine Rettungsweste mit maximal zwei eingebauten CO²-Partronen und maximal zwei Reserve CO²-Patronen“ dabei haben darf, sofern man die Fluggesellschaft vorher informiert hat.

Also hatte ich die Patrone aus einer der beiden Westen ausgebaut, diese Weste als harmlosen Lifebelt im Koffer verstaut, und die andere Weste plus die so entstandene Reserve-Patrone im Handgepäck dabei. Zusammen mit diversen elektronischen Gerätschaften einschließlich der ODEO-Flare Signalfackel (mit wieder eingebauten Li-Batterien 🙂 ). Alles kein Problem beim Security-Check in Frankfurt, und in Dubai schon gar nicht. Es wurde gecheckt, für unbedenklich befunden und nicht zuletzt dank der Emirates-Freigabe war alles easy.

P1050259
Das Corpus delicti

Also keine Ahnung, was DHL da für einen Aufstand von macht. Mit denen bin ich übrigens immer noch am hin- und herschreiben, weil sie im letzten Schreiben immer noch behaupten, ich hätte „verbotene Waren“ verschicken wollen, was definitv Quatsch ist.

Das Boot sah, soweit ich das im Dunkeln  bislang erkennen konnte, einigermaßen unverändert aus. Kein neuer Dodger angebaut, dafür scheint es die letzten Tage ein wenig windiger gewesen zu sein oder übelst geregnet zu haben, jedenfalls war meine Rohrkonstruktion überm Cockpit mal wieder zusammengebrochen. Wenigstens innen ist alles trocken, und die Batterien waren lt. Monitor bei 99.7% ihrer Kapazität.

Jetzt werde ich mir ein Glas Wein einschenken, mich noch eine halbe Stunde ins Cockpit verholen und chillen, und dann gehe ich einfach ins Bett. Mehr zum Thema dann morgen. Bis hierhin: Alles gut 🙂