Power-Mapping

Heute habe ich gemapt. Nachdem hier zwei Tage Schmuddelwetter zwar ohne Regen, aber kalt, bedeckt und bös windig, geherrscht haben und eh niemand zum Arbeiten erschienen war, habe ich die Tage vor dem PC verbracht und sowohl auf Arduino-Seite, als auch auf PC-Seite Programme gebastelt, die mir zusammen beim Befüllen meiner Wassertanks aus den Impulsen eines ziemlich präzisen Durchflußmessers für jeden Tank automatisch ein genaues Kennfeld erstellen. Ziel des Ganzen war es, dieselben Durchfluß-Sensoren später auch für die Ermittlung des Wasser-Verbrauchs zu nutzen, statt nur auf die Ausage der Tankgeber beschränkt zu sein. Und wenn im Bad ein LC-Display den aktuellen Wasserverbrauch beim Duschen anzeigt, hilft das sicher ungemein beim Wassersparen 🙂  (wenn ich mich recht erinnere, habe ich vor Jahren mit dem für 20L „Duschguthaben“ aufgeladenen Chip im Yachthafen Rechlin letztlich fast eine Woche lang täglich geduscht :mrgreen:)

Als das soweit funktionsbereit war, habe ich meine eh fast leeren Tanks soweit leerpumpen lassen, wie die Pumpen es halt schafften, eine hochprofessionell anmutende Testumgebung mit dem Durchflußmesser aufgebaut

Hydraulische Prüfstation

:mrgreen: und dann die Tanks komplett neu befüllt. Somit habe ich jetzt eine Text-Datei mit Daten, die mir auf 1Liter genau anzeigen, bei welchem Tankgeberstand  wieviel nun tatsächlich im Tank ist.

Spielkram, zugegeben. Hatte ich ja neulich so ähnlich auch schon mal mit dem Gardena-Durchflußzähler in stundenlanger Einfüllerei händisch auf Papier ermittelt, aber irgendwie war mir nach Elektronik-Gebastel und außerdem brauchte ich mal ein Erfolgserlebnis und eine Ablenkung von meinen Handwerkern (und dem Chaosverein, der hier als Post auftritt), bevor ich noch völlig durchdrehe.

In allererster Linie ging es aber darum, daß meine Dieseltanks vergleichbare Geber haben und ähnliche Durchflußmesser bekommen sollen, also letzthin Erfahrung beim E-Basteln und der dazugehörigen Programmierung sammeln.

Ansonsten war die Woche bisher geprägt von Ineffizienz und Erkältung meinerseits, und Inkompetenz und „Verschnupftheit“ bei den Umstehenden, nachdem ich meine Meinung zu südafrikanischen „Handwerkern“ im Allgemeinen und den hier beschäftigten im Speziellen mal etwas lauter kundgetan hatte.

Die kriegen hier wirklich NIX auf die Reihe! Der Mai liegt schon wieder in den vorletzten Zügen und weder ist der Kat vor mir weg, noch mein Mast gestellt, noch die Segel vermessen, noch der Dodger wieder da, noch blablabla …. Ich setz‘ mir hier echt allmählich die Hasskappe auf!

Highlight heute: Gegen 11h kam Andries ins Cockpit gestiefelt, um mir ein völlig vergurktes Gummi-Dichtlager zu präsentieren. Das war das neue Teil #11 aus der Explosionszeichnung von neulich, auf das er/wir wochenlang gewartet hatten und das er beim Einbau oder Wieder-Ausbau gerade geschreddert hatte. „Paßt nicht!“, war die Aussage. Ja meine Fresse, wen interessiert das noch, nachdem wir eh festgestellt haben, daß da gar kein Wasser durchkommen kann, weil irgendwer das Rohr in der Mitte abgesägt und zugelötet hat. Es ist völlig egal, ob das Ding da nun sitzt oder nicht!

Genug davon! Ommmm…. Ommmmm… Positiv denken 🙂 Da ich ja nun nicht stundenlang nur reglos auf meinen Monitor gestarrt habe, um zu beobachten wie hier knapp 600L Wasser in meine Tanks laufen, habe ich mich nebenher ein wenig der weiteren Verdrahtung der Wasser-Pumpen, der undichten Rohrverschraubung im  Badezimmer und sonstigen Nebenkriegsschauplätzen gewidmet.

Simon hat derweil den Fußboden im Cockpit geschliffen, morgen ist die letzte der beiden Bodenluken dran und dann kann das alles bei Gelegenheit mal besandet werden. Kurioserweise war auf diesem Kahn ja nun wirklich fast jede waagerechte Fläche mit Antislipzeug beschichtet (die wir nach dem Abschleifen dann wieder mit Sand beworfen haben), ausgenommen das Cockpit. Der Ort, an dem man unterwegs geschätzt 90% seiner Zeit verbringt war der einzige, bei dem man bei Nässe ungehindert gepflegt afglitschen konnte.