Stimmungsaufheller

Fröhlichen Nikolaus, allerseits! Bei 40° ist die Weihnachtsstimmung hier indes nicht sonderlich ausgeprägt, auch wenn bei Checker’s und in den ganzen anderen Stores die Kassentanten jetzt alle eine rote Bommelmütze aufhaben. Und dem inzwischen wohl weltweit üblichen „Merry Christmas“-Rummel inclusive Kunstschnee etc. kann man auch hier nicht wirklich entgehen. Glühweinstände habe ich allerdings noch nicht entdeckt.

Sei’s drum, nachdem die letzten Tage zuviel Wind war, ging heute morgen nur ein laues Lüftchen und somit haben wir angefangen, das Deck  mit Epoxidharz einzustreichen und anschließend mit Sand zu bewerfen. Im Nachhinein betrachtet, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, den allerersten Versuch nicht gerade auf dem Achterdeck zu starten, auf das ich mutmaßlich die nächsten Jahre jeden Tag blicken werde, sondern irgendwo „ganz weit weg“ am Bug, aber egal. Ist besser geworden, als befürchtet, auch wenn es nach dem Sandstreuen erstmal etwas „naja“ aussah.

Achterdeck nach dem Besanden

Sobald Farbe drauf ist, relativiert sich das alles. 🙂

Eigentlich sollte das Deck ja wie vorher wieder einen ganz leichten Gelbton erhalten, wofür ich extra „Cream“-farbene Pigmente gekauft hatte. Aber obwohl ich die vorschriftsmäßig mit der weißen Epoxy-Farbe gemischt hatte, sieht das Deck jetzt eher strahlend weiß aus, jedenfalls im direkten Vergleich zu der noch alten Fläche daneben.

Zwei von drei Farbschichten aufgetragen. Der Rest kommt morgen, wenn das Wetter mitspielt.

Hier kann man übrigens auch ganz gut erkennen, warum man auf einem Boot in wärmeren Gefilden eigentlich gar keine andere Farbe als irgendwas sehr helles an Deck haben will. Auf den nur besandeten Flächen konnte man barfuß jedenfalls definitiv nicht all zu lange stehen, ohne daß es einem die Fußsohlen wegbrannte. Selbst Simon, der olle Schwarzfuß, war nur am rumhüpfen 🙂

Gemessen auf dem hellen Streifen
Gemessen auf der besandeten Fläche

Nur gut, daß dieses Epoxy-Zeugs nicht sonderlich wasser-empfindlich ist. Mir lief während der Aktion der Schweiß buchstäblich in Strömen vom Schädel und tropfte fröhlich auf die besandete Fläche. Nach 10 Minuten habe ich meine Brille weggelegt, weil ich  nichts mehr sehen konnte. Seit ich wieder eine Waage habe, wiege ich mich ja eigentlich jeden Morgen. Heute Mittag habe ich das dann spaßeshalber noch mal wiederholt: Obwohl ich bis dahin schon gut  einen Liter Wasser mit Fruchtsaftzusatz weggezogen hatte, wog ich Mittags eineinhalb Kilo weniger als morgens. Das war mal definitiv ein Novum.

Nach dem ersten Gang mit Epoxy und Sand habe ich Simon vorzeitig in eine verlängerte Mittagspause geschickt, damit das anziehen konnte, dafür haben wir dann, nachdem die Sonne so halbwegs hinter der Kiefer verschwunden war und etwas Schatten aufkam, mit dem ersten Farbauftrag begonnen. Blöderweise hatte ich nur einen 750ml-Meßbecher zum mischen des Lacks, weswegen ich wohl fast ein Dutzend Male neue Farbe+Härter anmixen mußte. Zu allem Überfluß hatte ich auch noch auf das falsche Datenblatt gesehen und bei den ersten beiden Bechern versehentlich 5:1 statt 88:12 gemischt, bis mir das auffiel. Da wird dann morgen möglicherweise am Ende ein wenig Härter für die Mischung fehlen…

Materialeinsatz bislang: Zwei Kilo Epoxidharz plus Härter, sechs Kilo „extra feiner“ Streusand, vier Kilo Sigmadur 550 weiß plus Härter und Pigmenten. Für den Bugbereich, die Seiten- und Laufdecks werden sicher mindestens nochmal soviel draufgehen.

Zu Essen gab es die letzten Tage, angesichts der Temperaturen, eigentlich nur noch Abends zwei Scheiben Knäckebrot mit Wurst oder Käse, seit ich den Rest des Lamm-/Kohlauflaufs weggemampft hatte. Heute hatte ich zwar irgendwie Hunger, um 16h aber auch immer noch über 34 Grad in der Hütte und keinen Bock auf Kochen, also habe ich mir, da ich eh zur Mall mußte um neues Datenvolumen einzukaufen, vom Checker’s gleich noch ein paar gegrillte Hühnerbrüste mitgebracht. Zusammen mit einem frischgebackenen Knoblauch-Panini sehr gut und völlig ausreichend. Mein Filet, das ich eigentlich Montag grillen wollte, liegt  immer noch eingeschweißt im Kühlschrank rum. Der aufgedruckte MHD sagt 12.12.;irgendwie scheinen die bei allem Kram hier doch andere Konservierungsstoffe zu verwenden oder sehen das einfach nicht so eng. Wenn man aktuell hier einen (aus Deutschland importierten) Edamer-Block kauft, kann es zwar sein, daß der schon im Mai hergestelt wurde, dafür ist er dann aber auch noch weitere sechs  Monate haltbar…

Das macht die Bevorratung dann doch etwas einfacher.