War’s das schon mit dem Winter?

Wenn ich Simon glauben will, ist der hiesige Winter seit heute zu Ende. Möglicherweise hat er sogar Recht, heute war der erste Tag seit langem, an dem die Temperatur im Cockpit mal wieder über die 30°C geklettert ist und ich ernsthaft das Schwitzen anfing, obwohl ich nur ein bischen mit Kabelei und Schleifmaschine rumgefiedelt habe. Gestern Nacht waren es draußen zwar immer noch nur knapp 15 Grad (bei 98% Luftfeuchtigkeit 8-O), und frühmorgens ist es noch arg schattig und feucht im Cockpit, aber mein Heizlüfter ist immerhin schon seit ein paar Tagen weg geräumt. Also von mir aus kann das Frühjahr beginnen 🙂

Meine Schweißer tauchten in letzter Zeit meist, genau wie Simon, auch erst kurz vor neun auf. Bis dahin ist zumindest der größte Teil der Feuchtigkeit wieder weg und die Temperatur  schon auf über 20 Grad angestiegen. Heute haben sie nun das Badeplattformgerüst wieder abgenommen, um die bislang nur gehefteten Schweißpunkte durch vernünftige Nähte zu ersetzen, nachdem sie gestern den größten Teil des Tages damit verbracht hatten, an Nachbars Rallyestreifen rumzumalen und es bei mir dann nur noch für den Rohbau des neuen Gaskastens reichte. 

Andries at Work. Hier malert der Chef noch selbst 🙂

Meine Entscheidung, wer die GFK-Oberfläche der Plattform bauen soll, ist inzwischen auch gefallen: Trotz Stephens herzergreifender Leidens-Geschichte von letzter Woche, habe ich mich für Hayden entschieden. Habe heute morgen 70% angezahlt und von ihm die Aussage, daß das Ding innerhalb einer guten Woche fertig sein soll. Das wär doch mal was. Wenigstens habe ich den besser im Blick als Stephen: Heydens Werkstatt ist 200m Luftlinie vom Boot entfernt und ich kann ihm jeden Tag vor den Füßen rumstehen 🙂

Daß Jaques‘  Werkstatt direkt daneben angesiedelt ist, macht es dann auch einfacher, auch dem hin und wieder wegen des Mastes auf den Zwirn zu gehen.

Vorgestern und gestern habe ich einen guten Teil des Tages beim Onkel Ogen verbracht. Montag, um endlich den schon leicht überfälligen Bluttest durchführen zu lassen, und Dienstag dann, um mit ihm über die Ergebnisse daraus zu beraten. Erfreulicherweise sind alle meine Werte inzwischen im „Normalbereich“ angelangt. Selbst meine roten Blutkörperchen, die die seit der Chemo ziemlich ausgedünnt waren, sind dank der auf ärztliches Anraten durchgeführten „Essen Sie mehr Steaks“-Therapie wieder auf Normalniveau. Ich hoffe mal stark, das bleibt jetzt auch für die nächsten paar Jahre so…

Seit einer Woche konnte ich den Kopf kaum noch drehen, weil ich tierisch „Nacken“ hatte, vermutlich irgendwie bei der Kopfüber-Ankerwindenelektrik-Bastelei im Fußraum meiner Koje verdreht. Nachdem der Montag durch den Arztbesuch ohnehin schon weitgehend gelaufen war, habe ich mir für den Rest des Nachmittags freigenommen und ihn auf einer Massageliege verbracht, um  mich eine Stunde lang von einer netten Thai durchkneten zu lassen. Nun kann ich zwar den Kopf wieder bewegen, habe dafür aber höllischen Muskelkater in den Schultern. Gnlpfth….

Außer den Schweißarbeiten ist also nicht so unheimlich viel am Boot passiert in den letzten Tagen. Gestern war ich auf dem Rückweg vom Arzt noch im Baumarkt eingekehrt, um ein paar 40mm-PE-Rohre und zugehörige Winkelstücke einzukaufen. Seit Monaten nervt mich die ständige Flapperei meines Sonnensegels bei jedem bischen mehr Wind, und auch wenn ich jetzt zwar einen „fast verbindlichen“ Termin für die zu erwartende Rückkehr des Dodgers habe, glaube ich das erst, wenn er wirklich wieder auf dem Boot steht.

Also  habe ich aus den Rohren einen Hilfsrahmen für eine etwas stabilere Cockpitüberdachung gebastelt, und seither ist tatsächlich Ruhe. Wollte ich eigentlich vor Monaten schon machen …

In die Mitte kommt auch noch ein weiteres Längsrohr und die Holzstütze dann weg. Ich hatte schlauerweise tatsächlich ein Rohr zu wenig eingekauft (bzw. das Rohr etwas vorzeitig und zu kurz abgesägt, weil ich ein paar Verbindungsstücke brauchte).

Heute habe ich dann das letzte Stück meiner hier eingekauften Sperrholzplatte zersägt, um daraus einen Modulträger für den ganzen Krempel, der zur Ankerwinch gehört, zu generieren.

Wenn man da nur lange genug drauf rumschleift, sieht es irgendwann immerhin fast genauso glatt aus wie Sperrholz, das man in D einfach so aus dem Laden mitnimmt. Im Rohzustand erinnerte das doch deutlich eher an ein Schalbrett.

Anstatt mir erneut im Liegen da in der Koje den Schädel zu verdrehen, verdrahte ich den ganzen Kram doch lieber auf dem Cockpittisch in der Sonne und muß dann hinterher nur noch das komplette Modul an die Wand schrauben und vier Batteriekabel anklemmen.

Halbfertiger Ankerwindenkram-Modulträger mit Solarregler, 150A-Automat, Sicherungskasten, Shunt für Batteriemonitor, BSR, Anschlußbox für die Fernbedienung und Ankerwinden-Relais. Ja Sigi, da links ist extra noch Platz für einen Arduino Nano zur NMEA-Anbindung 🙂

Die Ankerwinde erhält eine dedizierte 105Ah-Batterie, weil ich nun wirklich kein Interesse daran hatte, 70 oder 90mm²-Kabel von der LiFeYPo4-Box in der Achterkabine bis zum Ankerkasten durch das ganze Boot zu ziehen.

Diese Batterie wird dann mittels des abgebildeten MPPT-Laders  von zwei 50Wp-Solarmodulen auf den Ankerkastendeckeln geladen die, sobald sie vollgeladen ist, über ein BSR (automatisches 140A-Relais, das die Batteriespannung mißt und bei über 13.3V schließt, bzw. unter 12.8V wieder öffnet/trennt) zusätzlich zu den auf Geräteträger und Dodger installierten Modulen, mit in den LiFeYPo4-Block einspeisen.Je nach Sonnenstand sollte wohl auf irgendeiner Seite des Bootes dann eine unbeschattete Stelle zu finden sein.

Alles in allem werden das so knapp über 1Kw Solarpanels und max. 800W von den Windgeneratoren sein. Das sollte wohl genügen, um bei ausreichend Sonne oder Wind auch noch die zweite Kühlbox im Gefriermodus zu betreiben und für alles, was sonst noch so anfällt.

Gekocht habe ich diese Woche eigentlich noch gar nicht, wenn man mal die drei Minuten, die ich meine neue Microwelle mit einer Dose „Chicken PeriPeri“ getestet habe, außer acht läßt. Funktioniert. Das „scharfe Huhn“ war dann gut eßbar, wenn auch  lange nicht so scharf wie gedacht, hat mich aber wieder daran erinnert, daß das hier nicht Deutschland ist. In D habe ich jedenfalls noch nie fünf-Zentimeter große Knochen in einer Dose mit Essen gefunden.

Dieses hier sah so aus, als hätte jemand ein Huhn am Stück gekocht, anschließend in 5cm große Stücke gehackt, einen Teil davon  in eine Dose gefüllt und mit gekochten Kartoffeln, Gemüse und PeriPeri-Sauce bedeckt. Wie gesagt: Geschmacklich ok, gut Fleisch mit enthalten, aber die Präsentation ist doch ein wenig, äh, gewöhnungsbedürftig. Wenigstens waren keine Füße mit drin. Schätze, ich werde wohl auch davon ein paar Dosen bunkern. Allemal besser als Dosen-Ravioli. :mrgreen:

Zerhacktes Huhn in Dose