Durchblicke (Teil 5) [ … oder auch nicht]

Heute morgen hätte ich um ein Haar meinen HiWi Simon gefeuert! Mußte mich echt zusammenreißen, um ihn nicht anzubrüllen. Der hatte gestern den letzten noch ungepinselten Streifen um die Seitenfenster an Steuerbord angemalt, und hat es beim vorherigen Abreiben der Fläche mit Aceton allen Ernstes nun schon zum dritten Mal geschafft, das Zeug über eins der  in 2016 gerade erneuerten Polycarbonat-Fenster zu kippen, wie mir allerdings erst gestern Abend auffiel, nachdem er schon weg war. Sein Vertuschungsversuch endete genauso, wie die letzten beiden auch schon: Das Fenster ist jetzt großflächig blind!  :motz:

Blödheits-Streifen en masse

Und selbstverständlich nicht irgendeines, sondern genau das Seitenfenster neben meiner Koje, durch das ich (jedenfalls bisher) morgens als erstes und abends als letztes sehe, wenn ich die Augen aufklappe. Arghhh… :wall:

Davon abgesehen, geht das Leben hier seinen gemächlichen Gang. Gestern war ich nochmal bei North Coast Steel, um ein kurzes Stück 40er Edelstahlrohr zu erstehen. Daraus soll dann sowas wie ein Sammelstück für die Dieselzuleitungen in den Tagestank werden, in das auch die beiden Dieselpumpen den Sprit aus den beiden größeren Tanks einspeisen sollen. Jetzt muß ich nur noch die Schlauchanschlüsse daran  irgendwie  festkriegen. Mal sehen, ob Jaques nicht einen 1/4″ BSP-Gewindebohrer hat …

[Edit: Das ging schnell. Kaum 3 Stunden später kam einer seiner Spezis mit dem fertigen Ding angeschleppt. Die Anschlüsse sind jetzt zwar angebraten statt verschraubt, soll mir aber egal sein, solange das Ding dicht ist. Und da das ganze Teil nicht mit Druck beaufschlagt wird, gehe ich mal davon aus, daß das wohl so sein wird.]
Derweil ich gerade mal vor Ort war, habe ich die Gelegenheit genutzt, um die Vorräte wieder zu ergänzen. Nachdem es hier wochenlang nicht geregnet hatte und die Temperaturen sich täglich um die 35°C oder höher einpendelten, bestanden meine Mahlzeiten tagsüber zum größten Teil aus Obst, und das war nun schlicht alle.

Und da es beim hiesigen Woolworth’s das einzige anständige Roggenbrot hier in der Gegend gibt, habe ich auch davon ein Paket mitgenommen, und zur Feier des Tages eine Dose Brägenwurst aus Sara’s Weihnachts-Paket aufgemacht. Wird wohl bald mal wieder Zeit für einen Heimaturlaub, um für Nachschub zu sorgen, bevor noch der Wurstnotstand ausbricht. :mrgreen:

Lunchtime

Seit gestern Abend hat der Sommer allerdings zumindest erstmal Pause. 15-28 Knoten Wind aus Süd, sporadisch leichter Nieselregen, der es bei offener Tür unter dem Dodger hindurch bis auf meinen Salontisch schafft: Kein Wetter, um draußen zu arbeiten, für morgen steht gleiches auf dem Zettel. Also habe ich Simon bis Donnerstag wieder nach Hause geschickt, nachdem ich ihn wegen der Fenstersache zusammengefaltet hatte, und möckele hier drinnen vor mich hin. So richtig hochmotiviert bin ich zwar gerade nicht, aber wenn ich es nicht mache, macht’s ja keiner, also was soll es. Derzeit bin ich jedenfalls gerade dabei, den immer noch lose rumstehenden Watermaker mit all seinen Anbauteilen irgendwie fest im Schrank zu installieren, damit er nicht bei der ersten Ausfahrt aus dem Hafen auf dem Boden landet.

Ansonsten war es am Wochenende mal wieder an der Zeit, die Mähmaschine hervor zu kramen, und das verbliebene Rest-Kopffell auf ein ordentliches Maß zurück zu stutzen.  Beim ersten Versuch neulich hatte ich ja noch den mit #1 markierten Aufsatz verwendet und fühlte mich anschließend ein klein wenig unterbehaart, sozusagen, weswegen es davon auch kein Bild zu sehen gab. Dieses Mal habe ich statt dessen lieber die #3 verwendet. Immer noch kurz genug, aber man kann immerhin erkennen, daß da mal Haare waren. :mrgreen:

Vor knapp sechs Wochen hatte ich bei Walker Bay USA ein neues „Gummy-Scharnier“ für mein Dinghy-Ruder bestellt. Nach der Bestätigung, die sie mir umgehend geschickt hatten, ist das Ding auch am Tag nach dem Zahlungseingang bei denen rausgegangen. Dummerweise per DHL, meinen speziellen Freunden. Nachdem die Tracking-Info seit nunmehr  fünf Wochen den Status „waiting for clearance“ und Standort Johannesburg auswies, weil angeblich vom Versender irgendwelche Dokumente fehlten (die der aber, wie er mir nach Rückfrage bestätigte, bereits in der ersten Woche nachgereicht hatte) ist mir gestern der Kragen geplatzt und ich habe der hiesigen DHL-Dependence eine nicht sonderlich freundlich formulierte mail über ihr Kontakt-Formular auf der Homepage zukommen lassen in der ich ihnen u.a. angedroht hatte, sie wegen der ihretwegen zusätzlich angefallenen Liegeplatzkosten von $320,-USD/Monat zu belangen, wenn sie dieses dämliche $28,- Teil nun nicht umgehend hier abwerfen.

Wenn man sowas bei DHL Deutschland versucht, passiert erfahrungsgemäß erstmal drei Tage lang überhaupt nichts, bevor irgendjemand behauptet „Nicht unsere Schuld!“. Hier jedoch, scheine ich wohl irgendjemand hochgeschreckt zu haben, jedenfalls hatte ich heute morgen eine  Antwort mit etlichen Entschuldigungen im Mail-Eingang :mrgreen: Zudem fragten sie nach meiner ID-Nummer oder Reisepassnummer, wofür auch immer. DAS hätten sie auch vor 5 Wochen schon haben können … :wall:

Harren wir also der Dinge, die da ggf. kommen mögen. Das Paket mit meiner Festplatte aus Deutschland ist übrigens auch immer noch unterwegs …

Was war sonst noch? Ach ja: Nachdem ich einen 20L-Kanister gekauft und mit Super Blyfry betankt, und davon dann den kleinen Honda wiederbefüllt hatte, sprang das Ding tatsächlich beim zweiten Mal reißen an, nachdem er mindestens zwei Jahre lang nicht mehr gelaufen hatte und die letzten anderthalb hier an der Reling hing. Also wenn ich mit dem Dinghy mangels Ruder immer noch nicht segeln kann: Zumindest per Motor könnte ich ein bischen im Hafen rumeiern und mal eine Angel ins Wasser halten. 

Und dann waren da noch die Teile, die ich bei flüchtigem Hinsehen in der Kühlung für frische Feigen gehalten und einfach ohne näheres nachsehen in den Einkaufswagen gepackt hatte. Zuhause entpuppten sie sich dann allerdings unerwarteterweise als Granadillas, statt wie beabsichtigt Feigen zu sein. Hm….

Keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Nachdem ich die erste aufgeschnitten hatte stellte sich raus, daß immerhin der Geschmack deutlich besser ist, als das Aussehen vermuten läßt, aber wenn man die Kerne rauspflückt, bleibt auch nicht viel übrig, was man noch essen könnte. Mitessen ist keine Option, ich hab immer noch einen Blinddarm. 🙂 Also wenn ich das richtig einschätze, heißen die Dinger im Deutschen deswegen „Passionsfrucht“, weil man den Inhalt sinnvollerweise passieren muß, um irgendwas brauchbares  damit anzufangen :mrgreen:

2 Gedanken zu „Durchblicke (Teil 5) [ … oder auch nicht]“

  1. Solltest Du einen Heimaturlaub planen, gib mal per Pn Bescheid.
    Dann gucken wir mal Bach einem passenden Stammtisch ⛵️

    1. yo, geht an. Das war allerdings eher so’ne rethorische Anmerkung am Rande. Konkret geplant ist vorläufig nix dergleichen. Ich will endlich segeln 🙂

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