Reparaturen

Manchmal schaffen es südafrikanische Firmen doch noch, mich positiv zu überraschen. Nicht übermäßig oft, aber hin und wieder doch. Heute morgen habe ich mich auf den Weg nach Richards Bay hinein gemacht. Zum Einen mußte ich zur Standard Bank, um ein wenig Cash abzuheben (die angedrohten 21.000R Rückzahlung von meiner inzwischen ein Jahr alten Krankenhaus-Vorauszahlung sind tatsächlich letzte Woche auf meinem Konto gelandet), um Jaques letzte kleine Rechnung über diversen Kleinkram wie die Davits etc. endlich zu bezahlen, war ich im Anschluß daran bei Woolworth, um meinen Wocheneinkauf zu tätigen.

Und da es noch früh am Tage war, fuhr ich anschließend zu Midbay Motors, dem hiesigen VW-Händler, um endlich den Fehlerspeicher des Sharans löschen zu lassen, der mich seit fast zwei Jahren, oder genauer: Seit die Bootsreinigungs-Tussi damals mein Auto geflutet hatte, das mit spaltbreit geöffneten Fenstern unter dem  von ihr damals gewaschenen Katamaran geparkt war, mit einer permanent leuchtenden Airbag-Kontroll-LED genervt hatte und seit meinem Wochenende in der Wildnis nun auch noch einen Fehler in der Motorsteuerung anzeigte. Und das ständige Wiederbefüllenmüssen des linken Hinterreifens ist auf Dauer ja auch keine Lösung, also hatte ich auf eine spontane Reparatur des Reifens spekuliert.

Abgesehen davon, daß das Firmengelände dermaßen vollgestellt war, daß ich fast 10 Minuten lang rumzirkeln mußte, um endlich dahin zu gelangen wo ich hin wollte, kam ich in kürzester Zeit an die Reihe, nachdem ich einen Serviceberater gefunden hatte. Tester angehängt, seitenweise Fehlermeldungen angesehen und schließlich den Fehlerspeicher gelöscht. Die Airbaglampe blieb aus, und auch die ECM-Latüchte verhielt sich friedlich. Damit waren schon 2 von 3 Punkte auf meiner Liste abgehakt.

Mit der Reifenreparatur wollten sie nichts zu tun haben, sie würden keine Reifen reparieren. Hm… Nuja, Tire-services gibt es hier an jeder zweiten Straßenecke, also was soll’s. Befragt, was ich schuldig sei, gab es nur ein freundliches Lächeln zurück und selbst meinen Beitrag zur Kaffeekasse wollten sie nicht haben. VW Service, wie er im Buche steht. Nett.

Zwei Blocks weiter ist der nächstgelegene Reifendienst. Auch hier dauerte es keine drei Minuten, bis ich an der Reihe war, mein Rad wurde ad hoc demontiert und ins Wasserbad getunkt, um Undichtigkeiten zu lokalisieren, und nachdem ein mitten in der Lauffläche steckender kleiner Nagel als Quelle des Übels identifiziert worden war, gab es eine Reparatur von außen, ohne auch nur den Reifen von der Felge zu pellen. Einfach den Rest des Nagels reingeschlagen, sowas wie Flüssiggummi in das leicht aufgeweitete Loch gespritzt, den Überstand abgeschnitten, aufgepumpt,  und nach nichtmal 10 Minuten saß mein Rad wieder am Auto.

Der Rechnungsbetrag belief sich auf grandiose 50R für die ganze Aktion, also selbst mit den 20R Trinkgeld, die ich dem Monteur in die Hand gedrückt habe, war das mit umgerechnet 3.70€ gerade noch so bezahlbar 🙂 Eine Baustelle weniger …

Am Wochenende hatte hier im Club ein „Yot Grot“ stattgefunden, sowas wie ein maritimer Flohmarkt. Wer was zu verscherbeln hatte, konnte für 50,-R einen Tisch vor der Garagenzeile aufstellen, und seinen Kram da unters Volk bringen. Normalerweise ist Flohmarkt so ziemlich das letzte, was mich interessiert, aber gegen 10h war John bei mir am Boot aufgetaucht um mir mitzuteilen, daß Morgan auf seinem Grabbeltisch ein angeblich fast neues Fusion RA205 Radio liegen hatte; und da Johns Reparaturversuche an meinem AV700i erfolglos geblieben waren, machte ich mich auf den Weg, um mir das anzusehen und ggf.  spontan zuzuschlagen.

Das von mir in Deutschland bestellte neue Radio war bis zu meinem Abflug ja nicht eingetrudelt, und nachdem ich Enßlin angemailt hatte um rauszufinden, was passiert war, stellte sich heraus, daß das Ding aufgrund unklarer Umstände gar nicht erst versendet worden war. Nach Südafrika wollten sie nicht verschicken, und bevor ich auch nur irgendeinen Alternativvorschlag machen konnte, hatte ich schon die Gutschrift auf dem Konto, und sie hatten die Bestellung storniert. Auch gut.

Morgan wollte für das RA205 inclusive externem Blutooth-Empfänger 3.000R haben, das war weniger als der halbe Neupreis in Deutschland, und ungefähr ein Drittel von dem, was es hier mal gekostet hat, also habe ich das Ding unter dem Vorbehalt gekauft, daß es auch tatsächlich funktioniert. Das hat zwar nun nur zwei, statt vier regelbare „Zonen“, aber da ich Salon und Cockpit ja auch zu je einer deklarieren kann, wird das den Zweck wohl auch erfüllen. NMEA2K hat es, USB, VHF-Mithörgelegenheit, Radio und Blutooth, also what shall’s.

Dummerweise jedoch hatte dieses Radio, wie sich herausstellte, denselben Fehler wie mein altes auch schon: Sobald es an  der Stromversorgung hing, zeigte es zwar das „Fusion“-Logo auf dem LCD, nur einschalten lassen wollte es sich nicht. Nachdem ich zwei Stunden lang vergeblich versucht hatte, es zum Leben zu erwecken, habe ich es zu Morgan zurückgetragen und muß jetzt wohl selber singen, bis mir ein funktionierendes Radio über den Weg läuft. Mist.

Wo ich nun schon mal vor Ort war, habe ich mir die restlichen Angebote auch noch angesehen, und sieh an, selbst Kirsten saß mit zwei Tischen voll Kram vor einer Garage,  praktischerweise direkt neben dem Grill und der Gin-Tonic-Zapfanlage, und das erste was passierte war, daß er mir zu zwei Gin-Tonic auf nüchternen Magen verhalf, so wie das hier im Club halt so üblich ist 🙂 Während wir uns unterhielten und das Zeug wegschlürften, besah ich mir seine Auslage:

Zum größten Teil neues Zeug, was zweifellos bei der Pleite des DB-Marine-Ladens seines Schwiegersohns Dylan übrig geblieben war. Und so kam ich für zusammen 15,-€ noch zu einem nagelneuen, wenn auch etwas angestaubten, Vetusschalldämpfer mitsamt zugehörigem Schwanenhals, die künftig die Abgase meines Generators ins Freie leiten werden. Lepper-Marine hatte für die Original-Abgasführung des Generators über 800,-€ aufgerufen, weswegen ich mir die Anschaffung bislang verkniffen, und nach einer etwas günstigeren Alternative gesucht hatte. Scheint, als hätte ich sie jetzt gefunden 🙂

Und als sei das noch nicht genug, hatte Kirsten da auch noch einen teleskopierbaren 4.80m-Spibaum aus Alu rumstehen, für den er umgerechnet gerade mal 40,-€ haben wollte. Die Endstück-Mechaniken funktionieren, der Baum ist gerade und läßt sich problemlos ausziehen, mehr kann an so einem Ding eigentlich nicht kaputt sein, also habe ich auch den noch erstanden. Kriegt man neu in der Größe sonst eher auch nicht unter 500,-€, als was soll’s.

Spi-Baum, teleskopierbar.

Alles in allem, ein relativ erfolgreiches Wochenende, das mir einiges an ohnehin noch zu tätigenden Ausgaben leicht gemacht hat.

Der Sonntag geriet zum „Wasch-, Putz- und Flicktag“. Bereits vor meinem Flug nach Deutschland war meine Gasflasche schon wieder leer gewesen, und ich mußte auf die Reserveflasche wechseln. Vor dem Wochenende hatte sich zudem der Frischwasserhahn meines Bidets bzw. der Toilettenspülung verabschiedet, und so machte ich mich Freitag morgens auf den Weg zu Builders, um die Gasflasche befüllen zu lassen, und einen neuen Wasserhahn zu erstehen. Das Ding hatte Stephan damals eingebaut, und nachdem ich den alten ausgebaut hatte, sah ich die Bescherung: Der Kopf von dem Teil ist simples Plastik, und da dieser Hahn normalerweise dafür gedacht ist, verdrehsicher in ein fest installiertes Rohr geschraubt zu werden, was aber nicht hinhaut, wenn man ihn einfach in ein Loch in einem GFK-Schrank klebt, hatte es irgendwann die kleinen Plastiknasen abgeschert, die das Ventil betätigen, und mit der Funktion wars vorbei.

Der O-Ring, der das Ganze eigentlich abdichten sollte, hing auch irgendwie auf halb Acht, statt vernünftig anzuliegen, also  habe ich den neuen Hahn installiert und dieses Mal auch richtig abgedichtet, und somit ist nun hoffentlich auch eine weitere Minitropfstelle in der Druckwasser-Anlage endlich Geschichte.

Während ich auf das Befüllen meiner Gasflasche wartete, war ich beim SuperSPAR nebenan gewesen, um irgend etwas eßbares für das Wochenende zu erstehen. Die Wahl fiel auf ein Eisbein, das relativ verlockend aussah. War auch ganz lecker, aber gleichzeitig auch dermaßen massiv, daß ich geschlagene drei Tage lang an dem Ding rumgegessen habe.

Das ist mir bislang auch noch nicht passiert.  Die ersten beiden Tage jeweils mit „Pumpkin-fritters“, sowas wie Kürbis-Kroketten, und den Rest schließlich kalt auf Toast. Wie ich damit (und sonst fast nix außer einer Handvoll Cornflakes in drei Tagen) schlußendlich 2 1/2 Kg zunehmen konnte, bleibt unklar. Auf jeden Fall gab es Montag als Sofortmaßnahme dann nur einen Salat mit Feta und geräuchertem Hähnchenbrust-Filet, garniert mit ein paar Croutons .

Montag war Lichtbasteltag. Seit fast einem Jahr lagen hier immer noch diverse LED-Lichtleisten für die Salon-Beleuchtung rum, die in Saras letztem Paket mitgekommen waren, und so allmählich wurde es nun mal Zeit, sie ihrer Bestimmung zuzuführen.

3x 5W warmweiße LEDs für die direkte Salon-Beleuchtung je Seite, und LED-Bänder in Alu-Schiene für die indirekte. Das ganze jeweils dimmbar.
LED-Strip warmweiß als indirekte Beleuchtung, eingelassen in einer Alu-Schiene

Sobald die endgültig verkabelt sind, ist zumindest das Projekt „Innenraumbeleuchtung“ weitgehend abgeschlossen.

Das Wetter zeigt sich die ganze Woche lang eher von der wechselhaften Seite: Von 17°C mit waagerecht peitschendem Regen bis zu 33°C und strahlendem Sonnenschein war alles dabei. Aprilwetter in Afrika.

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