tempus fugit

Freitag war ich auf dem Weg zu Jaques, um mal in Erfahrung zu bringen, wann er denn meine Stagen und Netzwerkstecker am Mast zu montieren gedenkt, als ich über John stolperte, der gerade an Adriana rumhantierte (ja, das war jetzt irgendwie zweideutig,  fällt mir auch gerade auf :D). Für mich die  Gelegenheit, mal einen Blick in einen weiteren Dean 365 zu werfen.

Dummerweise hatte ich weder Kamera noch Handy dabei, insofern gibt es keine Bilder davon. Hier nochmal eins, das ich neulich beim Slippen aufgenommen hatte:

(Haha, neulich… Hab gerade gesehen, das war schon im April; solange steht Adriana hier auch schon wieder an Land rum.)

Adriana hat zwei kleine Yanmar-Motoren mit Saildrives eingebaut, somit ist also erwartungsgemäß im Cockpit eine ganze Ecke mehr Platz als in meinem, da die Motorabdeckung fehlt und dadurch brauchbarer Sitzplatz inclusive Fußraum für drei Personen mehr vorhanden ist.  Aber da ich den allergrößten Teil der Zeit wohl allein an Bord verbringen werde, ist das nun kein ausschlaggebender Punkt.

Interessanter war der Innenraum. Im Grunde genommen von der Aufteilung her identisch mit Thelxinoe, unterscheidet sich Adriana doch in diversen Punkten. So ist z.B. der Mittelgang in der Pantry zu Lasten der Schränke ein paar Zentimeter breiter, die Kabinen haben U-Boot-mäßige, ovale Türschotts (k.A., ob die Crew der Adriana extreme Schnarcher beherbergt 🙂 ) und auch das Bad ist etwas anders aufgeteilt als bei mir. Alles in allem in jeder Beziehung alles ein kleines bischen enger als auf Thelxinoe. Was mir aber als allererstes auffiel, neben der Tatsache, daß der komplette Innenraum, bei dem auf Thelxinoe recht viel Holz zu sehen ist, weiß getüncht ist, war der Umstand, daß ich in der Mitte des Bootes nicht aufrecht stehen konnte. :roll:

Wie im letzten Blog erwähnt, hadere ich mit meiner noch zu installierenden Isolierung, die ich, um eine halbwegs ansprechende Optik zu erzielen und nicht all zu viel Platz zu verschenken, um etliche Ecken biegen müßte. Oder man macht das einfach so wie auf der Adriana: Den seitlichen oberen Decksprung ignorierend, haben die Ausbauer die Deckenverkleidung einfach in eins durchgehend untergeschraubt, was dazu führt, daß jetzt von den Ecken, Kanten und Rundungen zwar nichts mehr zu sehen ist, dafür aber in den Gängen vor der Navi-Ecke und in der Pantry fast zwanzig Zentimeter Deckenhöhe fehlen, die jetzt einfach sinnlos oberhalb der Verkleidung, und im Idealfall wenigstens voll Dämmung sind.

Gut, wenn man nicht größer als  1.75m ist, kann man da sicher locker mit leben, ich würde das definitiv nicht haben wollen. Und was die Übergänge zu den Wänden und Schotten angeht: Die sehen auf Adriana ungefähr genau so aus, wie ich mir das vorstelle, wenn ich das machen würde. :oops:

(Wer sich nun fragt, wie das gerade gemeint war, kann mal nach dem „Pareto-Prinzip“ googeln, das ich hier bei meiner Resto durchzuhalten versuche, auch wenn ich mich dabei eher um 85-90% bemühe :mrgreen:)

Nachdem ich Sven am Freitag morgen eine neue DHL-„Paketmarke“ für den dritten Versuch, das seit vor Pfingsten zuhause stehende und zweimal zurückgewiesene Paket herzukriegen, gemailt hatte, war ich im Office, um Dudu nochmal zu impfen, den DHL-Boten beim nächsten Mal bitte nicht wieder weg zu jagen, wenn er versucht mein Paket bei ihr abzugeben und dafür 50R Gebühren haben will. Meine vormals für diesen Zweck bei ihr hinterlegten 200R waren immer noch griffbereit, also steht zu hoffen, daß ich das nächste Paket vielleicht mal nicht bei der Post in Meerensee abholen muß, weil es angeblich nicht zustellbar war.

Samstag morgen scanne ich durch meine emails und finde als erstes eine mail von Dudu mit einem gescannten DHL-Lieferschein und der Ansage:

Your parcel is here for collection. It is quite heavy!

8-O WTF? Also habe ich mir meinen Hackenporsche geschnappt, bin hin, und tatsächlich: Einer der altbekannten Brötchenkartons, kann nur von den Kindern sein. Nun war ich nicht davon ausgegangen, daß es DHL über Nacht geschafft haben würde, das Paket von Bodenwerder nach Richards Bay zu expedieren, aber immerhin: Laut Aufkleber war dieses Paket  gerade mal 11 Tage unterwegs, nicht drei-vier Wochen, wie üblich oder gar 8, wie beim letzten Mal. Geht also doch. Das rehabilitiert sie zwar noch nicht, da sie die letzten 132,-€ nicht wieder rausgerückt haben, ist aber wenigstens ein Fortschritt.

Ich glaube, ich habe hier noch kein einziges Paket erhalten, das nicht entweder „amtlich geöffnet“ oder „beschädigt aufgefunden und von uns wieder versiegelt“ wurde. Übertriebene Sorgsamkeit im Umgang mit den zu transportierenden Paketen scheint nicht unbedingt zum Geschäftsplan der Fluglinien zu gehören …

Inhalt von diesem: Jede Menge liebevoll eingepackte Sachen, die ich natürlich noch nicht ausgepackt, sondern erstmal im Salon auf eine Art Gabentisch aufgebaut habe, um sie dann am 28. zu öffnen :wink:

Hach! Vierzehn Tage Vorfreude und gespannte Erwartung 🙂

Außerdem noch diverses Kleinzeug, das ich in den letzten Wochen bestellt hatte. Selbst John’s ansonsten eigentlich recht günstige Quelle für allen möglichen Elektrokram wollte für diese 6mm²-Lötverbinder ungefähr das 7-fache von dem haben, was sie mich dann tatsächlich bei ebay gekostet haben. Manche Sachen kann man hier einfach nicht sinnvoll kaufen, andere dagegen überhaupt nicht, wie z.B. den Schüttelschlauch zum Umfüllen von Sprit oder Wasser. Kannte hier niemand. Und auch diese kleinen 10W COB-LED-Strahler, von denen ich Jaques bereits die ersten beiden unter die Salinge hatte montieren lassen und die ihn total begeisterten, als er sie abends testete, sind hier nirgends zu kriegen, vergleichbares kostet ab 1.200R aufwärts. Diese hier gibt es für 6.60€ bei ebay direkt aus China …

Den Rest des Tages habe ich angesichts der aktuellen Wetterlage (18°C, leichter Dauer-Nieselregen) lieber im Boot zugebracht und die Heizung angemacht. So ganz viel Lust hatte ich nicht, heute großartig irgendwas zu basteln, aber es hat immerhin noch für eine Untertisch-Ablage aus ein paar Reststücken der GFK-Fensterverkleidungen für den USB-Hub und vier der externen 2.5″-Festplatten gereicht, die hier jetzt ein Jahr lang dauernd im Weg rumlagen. Nicht schön, aber funktional.

Meine im letzten Blog angekündigte Wildbret-Vesper fand dann Freitag abend statt. Da in der Packung drei Koteletts enthalten waren, habe ich das erste davon in kleine Stücke zerschnippelt, mit einer Zwiebel, einer halben Dose Erbsen und ein bischen sonstigem Gemüse angebraten, und dann ein „mildes Natal-Curry“ draus gebaut, so jedenfalls die Aussage auf der Würzmischung.

Naja, das mit dem „mild“ galt dann nur noch eingeschränkt, weil ich in Ermangelung der eigentlich im Rezept vorgesehenen Möhren stattdessen zwei gehäckselte Thai-Chilischoten genommen habe, aber es war trotzdem nicht übertrieben scharf und recht lecker, auch wenn der Antilopengeschmack in dem Curry womöglich ein wenig untergegangen ist. Dazu wurde ein 2017er Landskroon Pinotage kredenzt, der die Sache abgerundet hat.

Doch, da ist auch Reis mit drin. Ich versuche halt, mit wenig Geschirr auszukommen, um nicht soviel abwaschen zu müssen 🙂

Wenn ich einen funktionierenden Grill hätte, würde ich die anderen beiden Teile ja darauf grillen, aber der ist immer noch in der Mache. Das fast fertig geschweißte Innenleben liegt noch in Andries‘ Trailer unterm Boot und wir warten auf einen neuen 500mbar Gasregler und Anschlußadapter, um das Ding endlich testen zu können.

Vielleicht nehme ich sie Montag mit zum Braai-Abend, wenn ich nicht vorher furchtbar Schmacht kriege und sie einfach in die Pfanne werfe …

psst: Ich gestehe, ich habe vorhin heimlich schon eine der frisch angelieferten Dosen Brägenwurst aufgemacht. Ich stelle die Dose dann wieder mit zu den anderen ins Regal, wenn sie leer ist, und mache die Schleife wieder rum  :wink: