Mal so, mal so …

Man mag zum deutschen Winter ja stehen wie man mag, aber der hiesige Sommer hat durchaus auch so seine Tücken: Hatten wir uns  von Sonntag bis Dienstag noch im Boot eingeigelt, weil draußen Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Km/h vorherrschten und in den letzten paar Tagen rund 155mm Regen gefallen sind, war es heute mit 31°C gleich wieder brüllwarm und ungeziemlich feucht. Drei Tage lang war Richards Bays Hafen gesperrt, es gab diverse entwurzelte Bäume, überflutete Straßen, unterspülte Brücken und einen bis hinter den Deich überschwemmten Strand, und auch Thelxinoe kam nicht völlig ungeschoren davon: Bei der Lippklampe achtern an Steuerbord hat es eine der beiden Schrauben glatt abgeschert. 8-O

Seit dem Zyklon Eloise, der kürzlich Mozambique heimgesucht und auch hierzulande für Überschwemmungen und reichlich Windbruch gesorgt hatte, sind noch keine vier Wochen ins Land gegangen, und schon lauert der nächste vor der Küste: Guambe entwickelt sich gerade als „noch“ moderater Tropensturm im Mozambique-Channel (also zwischen Mozambique und Madagascar), wird laut der Vorraussagen deutlich südlicher kommen als sein Vorgänger und dank der dort herrschenden knapp 30°C Wassertemperatur wohl ebenfalls Zyklonstärke erreichen.

Windy sagt für Sonntag Böen mit 45+ Kts hier in Richards Bay und über 100 Kts draußen vor der Küste voraus, und so wie ich das sehe, werde ich wohl besser noch ein weiteres Paar Landleinen ausbringen, bevor das losgeht. So richtig nach Sommer fühlt sich das Ganze hier derzeit jedenfalls nicht unbedingt an.

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Tag am Meer

Manchmal bin ich doch ganz froh, daß ich meine Tage nicht in Deutschland verbringen muß, wenn ich mir die Berichte über das Schneechaos mit Ansage „zuhause“,  im südlichen Niedersachsen, so ansehe. Sonntag war es hier, nachdem es die ganze Woche mit recht angenehmen Temperaturen um die 30°C und nicht allzuviel Wind irgendwie sommerlich zuging, fast windstill und da vor einer Woche die Maßnahmen im hiesigen Lockdown wieder gelockert wurden und nun auch die Strände wieder geöffnet sind, haben wir den Tag genutzt, um mal nachzusehen, ob der Ozean nach all dieser seit fast zehn Monaten andauernden Lockdownerei immer noch da ist.

Ist er! Erste Überraschung bei der Anfahrt zum benachbarten Alkantstrand: Eine Straßensperre mit einem halben Dutzend Wachleuten, die peinlich genau jedes ankommende Fahrzeug (und das waren eine ganze Menge) auf mitgebrachten Alkohol durchsuchten, was diverse der potentiellen Strandbesucher gleich wieder zur Umkehr bewog, bevor sie das Meer auch nur sehen konnten. Bei uns war nix zu bemäkeln, also durften wir ungehindert passieren. Der Parkplatz am Alkantstrand war einigermaßen gut gefüllt, und auch auf den umliegenden Flächen standen Autos rum, wurde gebraait und gepicknickt, aber angesichts des Umstandes, daß dies quasi das erste Wochenende nach Monaten der Sperrung war, an dem die Strände überhaupt zugänglich waren, verlief sich die Menge der Besucher doch ziemlich. Social distancing war jedenfalls kein Problem.

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Endlich …

Das wurde nun, nach einer Durststrecke von gefühlt Monaten, aber auch allmählich mal wieder Zeit: Ein paar Minuten, nachdem ich gestern Abend bei spiegelglattem Wasser eine Tiefkühl-Sardine auf einen kleinen Drilling gefädelt und hinters Boot geworfen hatte, ploppte die Pose schlagartig weg und einige Minuten später hatte ich den abgebildeten Elf (oder Shad oder auch Bluefish) auf der Badeplattform liegen. 

Mit 76cm ist er immerhin fast doppelt so groß, wie der letzte, den ich in der Pfanne hatte. Gewogen habe ich allerdings auch diesen wieder nicht, da meine vor knapp einem Jahr erstandene und bereits einmal umgetauschte Waage erneut die Mitarbeit verweigerte. Mistding, elendes. Aber egal, er war groß genug für eine anständige Mahlzheit, wog geschätzte 4-5Kg und damit gut. Für die nächsten paar Tage ist das Essen jedenfalls gesichert :-)

 

Neuer Vortrieb

Samstag again. Auch der Januar hat es inzwischen fast hinter sich, es ist allgemein warm, bös‘ feucht, und teilweise doch etwas arg böig, aber so isser halt, der Sommer hier. Für diese Woche hatte Windy.ty in Richards Bay knapp 150L Regen/m² vorausgesagt, und so ganz viel wird daran wohl auch nicht gefehlt haben. Mein Dinghy hat jedenfalls in der Zwischenzeit ein Upgrade durch eine automatische Bilgenpumpe erhalten, nachdem es nach einigen Nächten mit ergiebigem Regen durch das spontane Zusatzgewicht von diversen 100L Wasser nacheinander drei der vier Plastik-Umlenkrollen an den Davits zerbröselt hatte. Mittlerweile sind sie zwar alle durch etwas stabilere ersetzt, aber sicher ist sicher.

Auch einen neuen Triebling habe ich dem Dinghy gegönnt: Nachdem ich eine Weile damit geliebäugelt hatte, den rappeligen 2.3PS Honda durch irgendwas leiseres in der 4-6PS-Klasse zu ersetzen, darf er noch eine Weile an der Reling baumeln. Stattdessen habe ich hier einen vergleichsweise günstigen Elektro-Außenborder erstanden, der den Kahn in Verbindung mit der uralten mitgebrachten 105Ah AGM-Batterie immerhin auf gut 6 Km/h bringt, solange nicht übermäßig Wind herrscht. Für das rumkurven im Hafen und zu gelegentlichen Angeltrips völlig ausreichend und deutlich nervenschonender. :-) Neuer Vortrieb weiterlesen

Lockdown, Tag 295

Der Januar ist schon wieder halb rum, und gefühlt ist bis dato genau garnix passiert. Gut, bis letzte Woche waren noch Ferien, und dank des wieder verschärften Lockdowns hält sich die Anzahl der Arbeiter auf dem Gelände ohnehin in Grenzen, aber im Grunde genommen plätschert das Leben hier einfach so vor sich hin, ohne große Wellen zu schlagen. Einhergehend mit der Verschärfung der Restriktionen wegen der inzwischen mutierten Viren, sind nun auch die 20 Landgrenzen zu den Nachbarstaaten außer für Notfälle wieder dicht, Flüge gehen eh schon eine Weile nicht mehr, und die Infektionskurve zeigt trotz alledem immer noch steil nach oben.

Geimpft werden sollen derzeit nur medizinisches Personal, Regierungsmitglieder (!) sowie Polizisten und Lehrer. Alle anderen müssen warten, da „die reichen erste-Welt-Staaten uns den Impfstoff weggekauft haben“, wie sich neulich von offizieller Seite mokiert wurde. Abgesehen davon, haben sie ohnehin nur 20Mio Dosen bestellt oder jedenfalls für das erste Halbjahr zugesagt bekommen. Bei 2 erforderlichen Dosen pro Impfung reicht das gerade mal für ein Sechstel der Bevölkerung, und wird kaum ausreichen, um sowas wie Herdenimmunität zu erzielen …

So wie es aussieht, hat sich meine „Home-province“ KwazuluNatal mittlerweile zum Corona-Hotspot des Landes entwickelt, nachdem in der ersten Welle noch die Kapregion am heftigsten betroffen gewesen war. Sei’s drum. Ich verlasse meinen Kahn ohnehin ausschließlich noch zum Einkaufen, und da mit der Maßnahmenliste auch die Schlangen vor den Lebensmittelgeschäften wieder länger geworden sind und alles etwas länger dauert, ist das so ungefähr die einzige Stunde pro Woche, die ich außerhalb meines eigenen Quarantänebereichs verbringe und mich den Gefahren der Welt aussetze.

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